Kein Dirndl! – Gedankensplitter

Die meisten wissen.
Ich trage nur Jeans.
Nichts anderes.
Shirts dazu.
Und Pullover.
Aber niemals Kleider.
Röcke?
Oh nein!
Darauf lege ich keinen Wert.
Und ich mache mich auch nicht.
Zum Narren.
In knielangen Hosen.
Und furchtbaren Waden.
Die das Auge beleidigen.
Wie andere es wagen…
Nein.
Ich trage Jeans.
Knöchellang.
So heiß.
Kann es gar nicht sein.
Bequem.
Und sie passen.
Immer und überall.
Zur eleganten Jacke.
Wie zum lässigen Shirt.
Ich trage Jeans!
Ich stehe drauf…

Andere.
Sind femininer.
Tragen kurze Röcke.
Weite Röcke.
Und zeigen schöne Beine…
Noch andere.
Die tauchen ein.
Ins Dirndl.
Schön trachtig.
Muss es sein.
Mit tiefem Dekolleté.
Und Schürze…
Da gruselt es mir!
Aber wirklich!
Ein Dirndl.
Würde ich nie tragen.
Nicht unter Folter.
Würde ich es anlegen.
Landhausstil.
Nennt sich das.
Aber ich.
Ich lebe in der Stadt.
Da braucht es kein Dirndl.
Nicht für mich.
Mein Selbstverständnis.
Es rebelliert.
Ich bin eine moderne Frau!
Sagt es.
Schreit es.
Begehrt es auf!

Vielleicht.
Liegt es daran.
Ich stamme von den Bauern ab.
Die Bauern tragen Trachten.
Und die Frauen.
Die hatten dort nicht viel zu sagen.
Eigene Träume?
Wünsche?
Nein.
Für eine Bauersfrau gab es nur.
Was der Bauer wollte.
Meistens.
Und für mich.
Ist es kein Zufall.
Meine Großmutter.
Sie heiratete in einer schwarzen Tracht.
Als Bauersfrau.
Hast du nichts zu lachen.
Meine ich.
So oder so.
So schön kann ein Dirndl nicht sein.
Dass nicht jede Jeans schöner ist.
Für mich.
Jeans.
Ausdruck meiner Lebensweise.
Meiner Selbständigkeit!

Meiner Persönlichkeit!

Vivienne/Gedankensplitter

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