Kein Grund… – Gedankensplitter

Heinz.
Er ging am See spazieren.
Herrliche Nacht
Dachte er sich.
Was für eine herrliche Nacht…!
Der Vollmond.
Er spiegelte sich.
In den Fluten.
Heinz atmete tief ein…
Sein Blick schweifte.
Was trieb denn da vorne?
Hatte da wieder jemand?
Abfall entsorgt?
Er trat näher…
Mein Gott!
Heinz wurde blass.
Da lag jemand!
Er griff nach dem Handy.
Seine Finger zitterten.
Der Notruf!
Polizei?
Notarzt?
Rettung?
Was zuerst?

Heinz saß da.
Er fror.
Er war ins Wasser gesprungen.
Gleich nach dem Anruf.
Aber der Körper.
Er war leblos.
Nichts mehr zu machen…
Und dann.
Hatte er bemerkt.
Das war Doris.
Seine Schulkollegin.
Doris.
Das fröhliche Mädchen.
Aber in den letzten Jahren.
Da waren ihre Augen traurig gewesen.
Sehr traurig.
Ihr Freund.
Er hatte ihr nicht gut getan.
Das hatte er, Heinz, sich gedacht.
Oft.
Blaue Flecken.
An den Armen.
Ein blasses Gesicht…
Vorhin.
Da hatte er seine Aussage gemacht.
Bei dem Polizeibeamten.
Sie kennen die Frau?
Er hatte genickt.
Ja.
Aber er hatte nichts getan.
Nicht geredet.
Mit ihr.
Aber…
Hätte er helfen können?
Überhaupt?

Er hatte schlecht geschlafen.
Und fast.
Wollte er sich frei nehmen…
Er fuhr dann doch…
In der Arbeit.
Die Tote im See.
Das große Gesprächsthema.
Interessant.
Dachte Heinz.
Was sie nicht alles wussten!
Die Kollegen!
Selbstmord!
Und schwanger.
Soll sie gewesen sein…
Sein Kopf dröhnte.
Ein Kaffee.
Und ein Aspirin.
Schwanger!
Ging ihm durch den Kopf.
War das ein Grund?
Heutzutage?
Um sich zu töten?
Sie war doch noch jung!
Und der üble Kerl.
Mit dem sie beisammen war…
Warum?
Hatte sie ihn nicht verlassen?
Natürlich.
Wäre es nicht leicht gewesen.
Aber auch all das.
Kein Grund…
Sich zu töten!
Oder?

Vivienne/Gedankensplitter

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