Keine Chance – Gedankensplitter

Leo.
Er zog sich die Jacke an.
Knöpfte sie zu.
Sorgfältig.
Er sah sich um.
In der Wohnung…
Ziemlich leer.
Den Rest.
Den würden sie.
Ihm bringen.
In den nächsten Tagen…
Bitterkeit.
Sie stieg auf in ihm.
Es tat weh.
Wegzugehen.
Für immer.
Dreißig Jahre.
Hatte er hier gewohnt.
Dreißig Jahre!
Er seufzte.
Setzte sich.
Um die Schuhe anzuziehen.
Er war kein Schwachkopf.
Aber diesem Gebot.
Musste er sich beugen.
Sein Sohn.
Er hatte wohl Recht…

Den Spaziergang im Park.
Gleich gegenüber.
Den würde er vermissen.
Sehr sogar…
Der Koffer.
Er stand da.
Gepackt.
Mit dem Wichtigsten.
Für die ersten Tage…
Was?
Kam wohl zu?
Auf ihn?
Er fürchtete sich.
Wenn er ehrlich war.
Er fürchtete sich.
Wenn sie!
Wenigstens hier wäre!
Ilse.
Seine Frau!
Er presste die Lippen.
Aufeinander.
Ein paar Tränen.
Ilse war tot.
Seit letztem Juni.
Ein Krebsleiden.
Und damit.
Hatte das Unheil.
Seinen Lauf genommen…
Er war nicht mehr.
Derselbe gewesen…
Einfach nicht mehr derselbe…

Ilse.
Sie hatte sich gekümmert.
Um alles.
Um sein Essen.
Um seine Medikamente.
Er war herzkrank.
Jeden Morgen.
Die Pillen.
Vorbereitet.
Von ihr.
Vor dem Frühstück.
Mit einem Glas Wasser…
Ihr schneller Tod.
Er warf ihn.
Aus dem Gleichgewicht.
Er vergaß.
Auf die Medikamente.
Beinahe.
Wäre er gestorben.
Deswegen.
Sein Sohn.
Er wollte nichts mehr hören.
Davon.
Dass er.
Der alte Mann.
Selbständig wäre.
Für sich sorgen könnte.
Du gehst ins Altersheim.
Es ist das Beste.
Dort sorgt man für dich.
Gibt dir deine Medikamente.
Verlässlich.
Ich selber.
Kann das nicht.
Verstehst du?
Du bist da gut aufgehoben…
Leo.
Er hatte geweint.
Als sein Sohn weggegangen war.
Er war entmündigt.
Quasi entmündigt!
Keine Chance.
Sein eigener Herr zu bleiben.
Keine Chance…

Vivienne/Gedankensplitter

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