Manchmal liebt man.
Was man hassen sollte.
Wie eine böse Krankheit.
Wie einen Parasiten.
Wie einen Feind.
Es sind oft die Jahre.
Die einem erst zeigen.
Wen man meiden hätte sollen.
Wen man fürchten hätte sollen.
Wem man misstrauen hätte sollen.
Manchmal trügt das Gefühl.
Man narrt sich selbst.
Und sucht in diesem Menschen etwas.
So sinnlos.
Wie einen grünenden Baum.
Mitten in der Wüste.
Manchmal liebt man.
Was man hassen sollte.
Manchmal vertraut man.
Blind.
Und öffnet sich.
Wo Vorsicht geboten wäre.
Manchmal erkennt man den Fehler.
Spät.
Manchmal auch zu spät.
In jedem Fall.
Es bleibt so manche Narbe…
Manchmal liebt man.
Wenn man hassen sollte.
Und man weiß es ganz genau.
Von Anfang an.
Wie verschwendet die Gefühle sind.
Wie man genarrt wird.
Und gefoppt.
Und man kann doch nicht lassen.
Von diesem Menschen.
Wie von einer Sucht.
Wie ein Dämon.
Der einen beherrscht.
Der das Denken auslöscht.
Und auch die Vernunft.
Manchmal meint man.
Nicht anders zu können.
Obwohl man dem Abgrund.
Immer näher kommt.
Obwohl man sich fürchtet.
Vor den Konsequenzen.
Und man kann doch nicht aufhören.
Den zu lieben.
Der den Ruin bringt…
Manchmal hasst man.
Wen man hassen muss.
Genau so.
Wie man ihn hassen muss.
Aus gutem Grund.
Voller Abwehr.
Pfeile abschießen.
Weil man weiß.
Was er mit sich bringt.
Was er bedeutet.
An Schlechtem.
Im eigenen Leiben.
Manchmal hasst man.
So einen Menschen.
Obwohl man gedrängt wird.
Doch zu lieben.
Lieben zu müssen.
Weil es richtig wäre.
Obwohl es falsch ist.
Zweifellos.
So falsch wie die Verdrehung.
Der eigentlichen Fakten.
Der Hass.
Er wäre nur Ausdruck.
Versteckter Liebe!
Doch X wird nicht U.
Und Grün färbt nicht Blau.
Und die Sonne wird nie Mond…
Man möge doch.
Hassen.
Wen man hassen will.
Lieben.
Wen man lieben will.
Und gehen.
Wenn man gehen will.
Manchmal ist falsch richtig.
Und richtig einmal falsch.
Und irgendwann ist alles anders.
An das man geglaubt hat.
Aber nur die Erfahrung lehrt.
Und nicht die Menschen…
Vivienne/Gedankensplitter