Liebeskrank – Teil 31

Franks Augen glänzen.
Seine Gedanken scheinen völlig in eine Erinnerung eingetaucht…
Er nimmt mich nicht wahr.
Ich gehe in die Küche.
Brühe Tee auf.
Um irgendetwas zu tun.
Nebenbei wische ich die Träne von meinem Gesicht.
Ist es nicht möglich, einfach glücklich zu sein?
Sich einfach an dem zu erfreuen, was man hat?
Es könnte alles so schön sein!
Ich habe mich sogar mit dem Kind abgefunden.
Nur für Frank.
Weil er es sich so gewünscht hat!
Warum der ganze Zirkus?
Noch dazu wegen Gabriel, der mir nichts mehr bedeutet?
Ich starre aus dem Fenster.
Die Schneeflocken tanzen vor dem Fenster.
Wirr durcheinander wie meine Gedanken.

Wer hat Frank so betrogen, dass er glaubt…?

Ein Geräusch lässt mich aufschrecken.
Frank steht vor der offenen Tür.
Er wirkt blass.
Und unruhig.
Möchtest du Tee?
Mechanisch kommt meine Frage.
Aber sie durchbricht das Eis zwischen uns.
Frank nickt.
Kommt zu mir.
Nimmt mich in den Arm.
Ich spüre wie er zu weinen beginnt.
Und es gleichzeitig zu verbergen versucht.
Du hast auch ein Geheimnis.
Dieser Gedanke ist plötzlich da.
Wie ein Satz direkt vor meinen Augen.

Eine Weile später sitzen wir wieder auf der Couch.
Trinken Tee.
Reden über Banalitäten.
Mitten in dieses Gerede mein Satz.
Was ist passiert?
Frank blickt auf seine Füße.
Er hat verstanden, was ich meine.
Ich merke, dass es in seinem Inneren arbeitet.
Seine Hände sind zu Fäusten geballt.
Schließlich sieht er mich an.
Ich war nicht ganz offen zu dir.
Als ich verheiratet war…
Ich meine…
Sie hat mich betrogen.
Das Kind war nicht von mir…
Ich habe es erst bei der Scheidung erfahren…
Ich lehne mich mit verschränkten Armen zurück.
Fixiere einen Punkt auf der Decke.

Warum habe ich mir so etwas nur schon längere Zeit gedacht?

Nach ein paar Minuten sehe ich Frank wieder an.
Wir haben beide viel mitgemacht, ja?
Du wie ich…
Ich glaube, wir haben uns gefunden…
Wir fallen uns in die Arme.
Weinen und lachen.
Und spüren unsere tiefen Gefühle füreinander.
Die ganze Wärme zueinander.
Und als Frank diesmal meinen Pullover hochschiebt, stört niemand mehr.
Kein Anruf.
Schließlich liegen wir atemlos nebeneinander.
Haut an Haut.
Ich lege meinen Kopf auf Franks Brust.
Glaubst du mir, dass das Kind von dir ist?
Franks Augen leuchten wie zwei wunderschöne Türkise.
Er nickt.
Glaubst du mir, dass Gabriel mir egal ist?
Und dass jeder andere sich längst nicht mehr bei mir gerührt hätte?
So unfreundlich wie ich zu ihm bin?
Frank lacht.
Dann wird sein Blick wieder ernst.
Ich bin ein Idiot.
Ich schüttle den Kopf.
Du bist kein Idiot.
Du bist nur betrogen worden.
Ganz schlimm.
Wie konnte dir deine Ex-Frau das nur antun?
So was ist charakterlos.
Verrat.
Ich finde keine Worte.
Nur was ich nicht verstehe…
Ich richte mich wieder auf.
…warum hast du nicht früher geredet?
War es so furchtbar für dich?
Dass du nicht reden wolltest?
Frank seufzt.
Ich habe das Kind geliebt.
Meinen Sohn.
Und durfte ihn nachher nicht wieder sehen.
Der Vaterschaftstest war eindeutig…
Ich hatte kein Recht.

Eine stille Tragik liegt in seinen Worten.
Ich lege meinen Kopf wieder auf seine Brust.
Beginne mit den Fingern sein Brusthaar zu durchfilzen.
Frank lacht.
Nimmt meine Hand.
Hör auf!
Das ziept.
Er beginnt mich zu kitzeln.
Das Leuchten in seinen Augen ist wieder gewinnend.
Ich frage mich nur wie lange…
Ich frage mich, was wohl das nächste sein wird…
…das unser Glück trübt…

© Vivienne

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