Müde… – Gedankensplitter

Ein strahlender Herbsttag.
Aber schon kalt.
Denke ich mir.
Während ich stricke.
Einen Schal.
Chenille….
Für meinen Hals.
Und ganz weich…
Ich war spazieren.
Zwei mal.
Und ich saß im Park.
Fast allein.
Ein paar Kastanien.
Viele Blätter.
Bunt.
Und vom Wind verweht…
Vorhin.
Da habe ich mich geärgert.
Über einen Zeitgenossen.
Der mich belehrt hat.
Wie fast immer.
Seit ich ihn kenne…
Sinnlos.
Manche Menschen ändern sich nie.
Sie merken das gar nicht.

Ich bin müde.
Und nicht ganz gesund.
An der Seele.
Schwer angeschlagen…
Und am Körper.
Ich spüre eine Erkältung.
Der raue Wind.
Im Leben wie im Park…
Darum stricke ich den Schal.
Und vielleicht.
Wärmt er auch mein Innerstes.
Vielleicht…
Ich habe viel geschluckt.
In den letzten Jahren.
Jetzt.
Ist die Wunde aufgebrochen.
Und sie muss heilen.
Auch wenn manche meinen.
So schlimm.
Wäre es doch gar nicht…
Mich fröstelt.
Und ich greife nach der Weste.
Rücksicht nehmen.
Das muss man wohl.
Auf seine Position.
Auf sein Umfeld.
Auf manches.
Kompromisse.
Nötig.
Aber nur einstecken…?

Ein Flugzeug.
Es zieht über das Nachmittagsblau.
Und gerne.
Säße ich darin.
Würde fliehen.
In den Süden.
In die Wärme.
Weg…!
Ich stricke weiter.
Weil ich nicht wegfliege.
Weil ich bleibe.
Und versuche.
Zu gesunden…
Ein paar Wochen.
Reicht das um zu heilen?
Was in Jahren verletzt wurde?
Immer und immer wieder?
Letztlich.
Ist man immer alleine.
Wenn man wieder versucht.
Fuß zu fassen.
Neu zu beginnen.
Ich gähne.
Ich bin müde.
So müde…

Vivienne/Gedankensplitter

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