Der Schmerz tobt in meinen Schläfen.
Es donnert in meinem Kopf.
Aber auch draußen.
Graue Streifen am Himmel.
Ab und zu aufgehellt.
Dazu Sommerregen.
Mal sanft und regelmäßig.
Dann wieder hart.
In großen Tropfen.
Die auf der Haut fast wehtun.
Die Luft riecht frisch.
Und der Wind beruhigt meinen Kopf ein wenig.
Regen.
Balsam für Natur und Menschen.
Aber mir beschert der Wetterumschwung Schmerzen…
Ich bin müde.
Eben erst aus der Firma gekommen.
Die Bürotür abgesperrt.
Den Lift stehen gelassen.
Und langsam die Treppe hinuntergegangen.
Ich fühle mich schwer.
Und ich denke.
Würde ich fallen, ich könnte wohl kaum wieder aufstehen.
Es donnert weiter.
Und der Regen wäscht meine Haare.
Mein Gesicht.
Aber die schweren Gedanken wäscht er nicht weg.
Unsicherheit und Ängste.
Was wird kommen?
Wie wird es weitergehen?
Mir geht es gut.
Ich weiß es.
So manches hat sich eingependelt.
Ich weiß auch gar nicht, was ich will.
Was mich stört.
Was mir Angst macht.
Manchmal.
Und mich aufschrecken lässt.
Mitten in der Nacht.
Schweiß gebadet…
Ich steige in die Straßenbahn.
Setze mich nieder.
Und schließe die Augen.
Ich nicke leicht ein.
Beim Rütteln der Straßenbahn.
Das macht ruhig.
Und ein wohliges Gefühl macht sich breit…
Stimmen.
Die Ansage der Straßenbahnen.
Und jemand steigt mir auf den Schuh.
Als er aussteigt.
Ich öffne die Augen wieder.
Ein gemurmeltes Wort der Entschuldigung.
Und ich nicke.
Ein Farbiger mustert mich interessiert.
Aber ich erwidere seinen Blick nicht.
Eine dünne Frau sieht mich verächtlich an.
Besser gesagt.
Meine Hüften…
Aber ich wende mich ab.
Viele Menschen sind sehr dumm.
Sie sehen nur auf Äußerlichkeiten.
Und begreifen nicht.
Was dicke Menschen dick macht.
Und extrem schmale dünn…
Mangel aus Liebe.
Mangel an Zuwendung.
Sie werden gemacht.
Und sie sind nicht charakterlos…
Die Dünne geht an mir vorbei.
Als sie aussteigt.
Sie schüttelt den Kopf.
Während sie meine Hüften fixiert.
Du lernst es nie.
Denke ich…
Du bist einfach ahnungslos…
Alles in mir fühlt sich schwer an.
Und es regnet noch immer.
Sehnsucht nach meinem Bett.
Und einer Tasse Tee.
Oder vielleicht ein Glas Saft…
Irgendwann habe ich die Straßenbahn verlassen.
Fast unbewusst.
Ich registriere es beiläufig.
Setze die letzten Schritte zum Wohnblock.
Heute kein Fußball.
Nein.
Heute nur Ruhe.
Eine kalte Dusche.
Vielleicht ein wenig Musik.
Ich bin so müde.
Als würde ich nur mehr schlafen können.
Für immer.
Und manchmal möchte ich es sogar…
Vivienne/Gedankensplitter