Nacht und Nebel – Gedankensplitter

Ein Abend.
Im November.
Nebel.
Den ganzen Tag.
Nun hat er uns.
Denke ich mir.
Selbst zu Mittag.
Da scheiterte die Sonne.
Zwei Minuten sah es aus.
Als könnte sie es schaffen.
Zwei Minuten.
Dann.
Legte er zu.
Der Nebel.
Noch einen Gang.
Und wob sich noch dichter…
Ich wasche ab.
Trockne das Geschirr ab.
Vorhin.
Da hielt ich ein Schläfchen.
Und die Katze.
Sie lag.
Auf meinem Bauch…
Tat gut.
Ein gemächlicher Tag.
Ohne Stress.
Wie es sich gehört.
Für einen Samstag.
Wie es sich gehört…

Ich mache mir Kaffee.
Blättere das Programm durch.
Viele Sender.
Viel Mist!
Scheint mir.
Rühre im Kaffee.
Inhaliere das Aroma.
Reflektiere…
In der Hölle.
War ich lange genug.
Im Paradies.
Lebe ich auch nicht.
Auch jetzt nicht.
Und sehr wahrscheinlich.
Gibt es das nicht.
Das Paradies.
Gar nicht.
Der Mensch.
Er kann.
Kein Paradies schaffen.
Auf dieser Erde.
Er kann auch.
In keinem leben.
Er ist geboren.
Für Hass, Neid und Zwist.
Für Intrige und Lüge.
Für Bösartigkeit.
Das liegt in seinem Wesen…
Das Paradies.
Das gibt es nicht…

Die Kaffeetasse.
Leer.
Und das Schwarz des Abends.
Es drückt ans Fenster.
Fast bedrohlich.
In Nächten wie diesen.
Da stürzt das Universum.
Auf die Welt ein.
In seiner ganzen.
Unendlichkeit.
Kein Stern.
Am Himmel.
Nur der Mond.
Ein blasser Fleck.
Nicht einmal halb voll.
Leicht flimmernd.
Durch den Nebel.
Weit weg…
Ich seufze.
Leicht melancholisch.
November.
Nebelmonat.
Monat des Grübelns…
Ich setze mich auf die Couch.
Lehne mich zurück.
Schließe die Augen.
Ein wenig Sonne.
Vermisse ich wirklich.
Ein wenig Sonne.
Einen Palmenstrand.
Und milde Meereswellen…
Ich lächle.
Aber draußen nur Nacht.
Und Nebel…

Vivienne/Gedankensplitter

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