Nachwehen – Gedankensplitter

Sonntagabend.
Der Herbst macht sich breit.
So viel Laub.
Auf den Straßen.
Das Laub.
Es fällt ab.
Tot.
Leer.
Bald eins.
Mit der Erde…
Es ist dunkel geworden.
Und kalt.
Der Winter.
Er lässt bald grüßen.
Er bedeckt die Erde.
Das Land.
Und macht alles gleich…
Ein neues Leben.
Es hat begonnen.
Und mancher würde sich freuen.
Wenn ich dort scheitern würde.
Fallen würde.
Vielleicht.
Ist man sich sicher.
Sogar.
Aber den Gefallen.
Den tue ich ihnen nicht.
Es geht mir gut.
Gut wie lange nicht.
Neu erblüht…
Die Tür war offen.
Nur einen Moment.
Aber ich nutzte ihn.
Und entfloh.
Für immer.
Niemals.
Werde ich zurückkehren.
Die Tür ist fest verschlossen…

Mag sein.
Dass manches abfällt.
Von mir.
Wie das tote Laub.
Von den Bäumen.
Und was immer abfällt.
Ich brauche es nicht mehr.
Das betrifft auch Menschen.
Die mir das Leben schwer machten.
Jahre.
Viele Jahre.
Sie werden vergehen.
Wie das Laub auf der Erde.
Eine üble Zeit.
Ich habe sie hinter mir gelassen.
Und die dunklen Schatten.
Sie sind hinter mir.
Längst.
Wer nicht folgen kann.
Wird mich verlieren…

Es duftet nach Kaffee.
Und ein Stern am Himmel.
Er leuchtet mich an.
Durch mein Fenster.
Erfüllt mich mit Zuversicht.
Nachwehen.
Sie plagen mich.
Alte Wunden.
Brechen auf.
Die Erinnerung.
Sie brennt in mir.
Wie ein heftiges Feuer.
Es wird weh tun.
Noch manche Zeit.
Damit muss ich leben.
Aber ich gehe hervor.
Geläutert.
Vielleicht gereift.
Aber befreit von Menschen.
Bestimmt.
Verzichtbar wie schwere Steine.
Nur Ballast…
Andere.
Sind wie Schlangen.
Doppelzüngig.
Verlogen.
Ihr Gift.
Wird sie selbst vergiften…
Schmerzen.
Aber manches spitze Wort.
Wird sie selber treffen.
Sie werden vergehen.
Wie diese Nacht.
Ein neuer Morgen…

Vivienne/Gedankensplitter

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