Nebel – Gedankensplitter

Nebel.
Wohin ich blicke.
Fast gespenstisch.
Sieht alles aus.
Unecht.
Unwirklich.
Verfremdet…
Nebel.
Auch in meinem Kopf.
Kopfschmerz.
Fieber.
Müdigkeit.
Ich schließe die Augen.
Aber ich kann nicht denken.
Und alles tut mir weh…

Ich hasse den Nebel.
Ich fürchte ihn.
Und während ich fiebere.
Erinnere ich mich.
Dieser furchtbare Nebel.
Vor einigen Jahren.
Als ich heimging.
Und der Nebel immer enger rückte…
Und ich plötzlich gefangen war.
In seinen dichten Schleiern.
Nebel…
Nichts als Nebel…
Plötzlich sah ich eine Schneestange.
Und dann wusste ich wieder.
Wo ich war.
Ungefähr.
Und da erkannte ich den Weg wieder…
Angst.
Für ein paar Minuten.
Angst und Panik.
Dann alles wieder weggewischt.
Und ich kam heim…

Ich öffne die Augen.
Die Sonne bricht durch die Wolken.
Dass meine Augen schmerzen.
Für einen Moment fühle ich ihre Macht.
Und ich sehne mich nach Helligkeit.
Und nach Wärme…
Ich weiß nicht was kommt.
Aber nie tat es mehr weh.
Als jetzt.
In diesen Tagen.
Wenn meine Wunden so offen liegen.
Wenn die Furcht mich beherrscht.
Ich könnte alles verlieren.
Was mir teuer und wichtig ist.
Alles…
Ich schließe die Augen wieder.
Und der Schmerz tobt in meinem Gehirn.
Tobt in meinem Kopf.
Über meine Gedanken.
Und sie glühen…

Ich friere.
Und ich presse die Lippen aufeinander.
Verkrieche mich unter der Decke.
Verstecke mich.
Fieber.
So sage ich mir.
Fieber.
Alles halb so wild…
Vielleicht Stunden später.
Ich öffne die Augen wieder.
Der Raum erstrahlt hell.
Fast wie im Sommer.
Ich greife auf meine Stirn.
Fühle den Schweiß.
Zwischen meinen Fingern…
Ich richte mich auf.
Schlaftrunken.
Das Fieber ist weg.
Wie der Nebel…
Die Sonne bringt das Leben herein…

Vivienne/Gedankensplitter

Schreibe einen Kommentar