Nein.
Leicht machst du es mir nicht.
Fast muss ich den Kopf schütteln.
Über mich selber.
Du bist nicht leicht zu nehmen.
Stur.
Und oft so verbissen.
Wenn die Falte über deiner Nase schwillt…
Manchmal siehst du mich an.
Als wolltest du mich fressen.
Dabei meinst du es gar nicht so.
Ich kenne dich.
Und ich kenne andere Seiten an dir.
Ganz andere…
Dein Lachen etwa.
Fast glucksend vor Glück.
Und deine Augen.
Wenn sie dabei strahlen.
Wie ein wundervoller blauer Stein.
Aber nicht dunkel.
Sondern fast wie ein Türkis.
Wie der blaue Himmel im Sommer!
Leider leuchten sie nicht immer.
Deine Laune wechselt schnell.
Fast wie das Wetter im April.
Und unvermutet donnerst du auch.
Wie ein heftiges Gewitter.
Dann blitzen deine Augen.
Aber ich erschrecke fast.
Wegen der Heftigkeit…
Dabei willst du das gar nicht.
Ich weiß es längst.
Mittlerweile.
Du bist immer ein wenig in Abwehrstellung.
Als müsstest du dich verteidigen.
Du hast viel mitgemacht.
Ich weiß nicht alles.
Aber manches.
Und dann.
Dann, wenn ich mir denke.
Vergiss mich!
Du Verrückte!
Warum soll ich mir das noch antun?
Dann sehe ich dein Gesicht vor mir.
Mit einem warmen Lächeln.
Und ich weiß wieder.
Was du kämpfst.
Und was du dir mitmachst.
Jetzt noch.
Obwohl das Böse doch vorbei ist.
Dann setze ich mich immer zu dir.
Sehe dich an.
Ganz ruhig.
Was ist los?
Willst du reden?
Ich sage es gelassen.
Dann beißt du dir auf die Lippen.
Ein paar Tränen auf deiner Wange.
Eine halbe Stunde später reden wir noch immer.
Dann merke ich auch.
Deine Narben schmerzen noch immer.
Sehr sogar.
Du beißt manchmal um dich.
Wie ein Tier.
Das in die Enge getrieben wurde.
Aber jetzt bin ich für dich da.
Ja.
Ich liebe dich.
Obwohl du es mir nicht leicht machst.
So überhaupt nicht.
Bisweilen.
Aber ich kann nicht anders.
Ich muss dich lieben.
Für diese Augen.
Die mein Innerstes aufrühren.
Ich kann nicht von dir lassen.
Obwohl deine Worte manchmal wie Schläge sind.
Aber ich weiß.
Du meinst damit nicht mich.
Komm in meine Arme.
Halt mich fest.
Lass dich spüren…
Vivienne/Gedankensplitter