Viele Jahre her.
Ein anderes Leben…
Fast schon…
Eine andere Firma.
Eine Kollegin.
Krebs.
Sie war noch so jung!
Keine vierzig!
Sie kämpfte.
Um ihr Leben.
Obwohl sie.
Chancenlos war.
Von Anfang an.
Sie starb.
An einem Sonntagmorgen.
Im März.
1997.
Neumond.
Ich weiß es noch genau…
Ich war.
Auf ihrem Begräbnis.
Obwohl.
Ich nicht mehr.
In der Firma war.
Sie.
Ein Mensch.
Mit Ecken und Kanten.
Voller Leben.
Nicht meine Freundin.
Aber ein Mensch.
Den ich nicht vergaß…
Die Kollegen.
Ich traf sie wieder.
Recht regelmäßig.
Einige Zeit.
Und was mir auffiel.
Schmerzlich.
War…
Sie verdrängten.
Die Kollegin.
Ihren tragischen Tod.
Fast so.
Als hätte sie.
Nie gelebt…
Ich verstand nicht.
Bis ich begriff.
Der Mensch ist so.
Sehr oft.
Ganz einfach.
Alles Schlechte.
Alles Schlimme.
Zugedeckt.
Besser.
Als es zuzugeben.
Besser.
Als es anzunehmen.
Besser.
Als Auseinandersetzung…
Oberflächlichkeit.
Schon unerträglich…
Jahre vergangen.
Das Desaster.
In einer anderen Firma.
Liegt hinter mir.
Bittere Erfahrungen.
Tiefes Unrecht.
Anmaßung.
Entkommen.
Durch ein gütiges Geschick.
Ein Neuanfang.
In anderen Gefilden….
Und die alten Kollegen?
Ein ähnliches Bild.
Sie vergessen alles Schlechte.
Verdrängen.
Schütten zu.
Reden gut.
Was nie gut war.
Zeigen auf mich.
Mit dem Finger.
Lass los!
Lass endlich los!
Nein!
Ich bin nicht.
Oberflächlich.
Ich vergesse nicht.
Ich verdränge nicht.
Ich versuche.
Zu verarbeiten.
Zu verstehen.
Einen Sinn zu finden.
Und.
Ich rede nichts schön.
Was nie schön war.
Sondern nur.
Anmaßung.
Und Menschenverachtung…
Bleibt mir vom Leib!
Mit eurer!
Eindimensionalität!
Alles.
Braucht seine Zeit.
Bisweilen lange.
Sehr lange…
Vivienne/Gedankensplitter