Reizüberflutung – Blickwinkel

Das Verlangen nach einem sozialen Rückzug sowie die innerliche Unruhe und Gereiztheit habe ich mir selbst längst eingestanden. Heute möchte ich hinterfragen, ob und wieweit eine Reizüberflutung vorliegen kann …

de.wikipedia.org – Reizüberflutung

Es wird beschrieben, dass diese Metapher für einen Zustand steht, in dem unser Körper so viele Reize gleichzeitig aufnimmt, dass sie nicht mehr verarbeitet werden können. Bei der daraus resultierenden psychischen Überforderung würden vor allem akustische und visuelle Auslöser im Vordergrund stehen.

  • Gehör: Bereits seit einigen Jahren wird das Radio bei mir nur eingeschaltet, wenn ich Besuch bekomme. Es kann schon sein, dass ich mir mal einen Audio Titel anhöre, aber dann brauche ich auch wieder die Stille. Das war natürlich nicht immer so …
  • Augen: Nachdem bei mir – infolge des bereits 2008 diagnostizierten atypischen Meningeom – eine Atrophie der Sehnervenkreuzung vorliegt ist mein Augenlicht stark eingeschränkt. Die Gesichstfeldausfälle führen etwa dazu, dass es mir auf der Straße oftmals schwer fällt die Fußgängerampel zu finden. Ich weiß jetzt aber nicht, ob dieser Umstand für eine Reizfilterschwäche mitverantwortlich sein kann.
  • Geruchs- und Geschmackssinn: Dieser mögliche Auslöser lässt sich in meinem Fall praktisch ausschließen, da ich bereits 2014 mit der Diagnose einer Anosmie konfrontiert wurde und somit kein Geruchssinn mehr besteht.

Aber wollen wir uns wieder den Ausführungen unter Wikipedia zuwenden. Demnach führt die Reizüberflutung zu Stress, Hektik, aggressiven Reaktionen und schneller Erschöpfung. In Hektik habe ich mich schon immer leicht versetzen lassen und nie eine Rücksichtnahme eingefordert. Den Stress mache ich mir insgeheim auch selbst, indem ich jede an mich herangetragene Aufgabe sofort zu erledigen versuche – und das sind manche Mitmenschen dann auch irgendwie gewohnt und erwarten es von mir.

Hellhörig wurde ich bei jenem Abschnitt, in welchem darauf hingewiesen wird dass Hochsensible Persönlichkeiten sowie von Autismus Betroffene besonders stark auf Reizüberflutung reagieren. Es sei am Rande erwähnt, dass ein Psychiater bei mir bereits im April 2015 „etliche Hinweise auf das Vorliegen eines Symptomenkomplexes im Sinne eines Asperger Syndroms“ (F84.5) attestierte. Dieser vielschichtigen Thematik habe ich auch einen Beitrag unter bohnenzeitung.com gewidmet.

Über mögliche Zusammenhänge zwischen einem Hirntumor und einer Reizüberflutung tauschen sich Betroffene in speziellen Foren aus. Abschließen möchte ich meinen Beitrag mit einem schon länger zurückliegenden Zitat eines Facharztes …

Nach drei Schädel OP’s ist nichts mehr normal …

Pedro

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