So viele Schätze! – Gedankensplitter

Blick auf die Uhr!
Gleich halb acht.
Ich muss jetzt gehen…
Meine Hand.
Sie tastet nach den Ohrringen.
Da auf dem Couchtisch.
Da springt die Katze hervor.
Schwungvoll.
Auf den Couchtisch.
Fast alles darauf landet auf dem Boden.
Und der zweite Ohrring.
Er ist nicht mehr zu sehen.
Unter der Couch…
Wahrscheinlich…
Sicher…
Ich fluche.
Und hole mir ein anderes Paar.
Dumme Katze!
Warum jetzt?
Keine Zeit zum Nachdenken!
Kein Grübeln!
Ich muss in die Arbeit!

Ich sperre die Wohnung auf…
Mein Ohrring!
Richtig.
Ich werde ihn finden…
Nach zwei Glas Saft.
Gehe ich es an.
Knie nieder.
Nichts da.
Dann fang ich an.
Die Couch muss weg.
Ich schiebe.
Ächzend.
Schweißperlen.
Und das gute Stück.
Es bewegt sich.
Ordentlich.
Ich wische über die Stirn.
Begutachte mein Werk…
Staunend sehe ich da.
Was ich so lange schon vermisst.
Und doch nicht vermisst!
So viele Schätze!
Meine Aspirin.
Sie waren weg.
Obwohl die Packung doch halb voll war.
Da liegt sie nun.
Ein wenig verdrückt.
Aber durchaus noch brauchbar…

Da ein Ring.
Ich habe ihn lange nicht gesehen.
Er zeigt sich.
Ganz unschuldig.
Die violetten Steine funkeln.
Ein paar Geldmünzen.
Der Verschluss der Senftube.
Eine Einkaufsliste.
Auf einmal verschwunden…
Und ich schrieb eine neue…
Ein Foto.
Das ich im Album glaubte.
Pinnadeln.
Büroklammern.
Und wirklich.
Drei Fellmäuse.
Die die Katze beschnuppert.
Ganz selig.
Sie wirbelt sie schon durch die Wohnung.
Während ich noch sauber mache.
Und meine Schätze wegräume…
Das war ja fast wie Weihnachten.
Denke ich.
Ich sollte das öfter machen.
Ja.
Das sollte ich…

Vivienne/Gedankensplitter

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