Sommernächte – Gedankensplitter

Spät ist es geworden.
Ich stehe an der Türe.
Starre in die Nacht.
Eine Nacht, die sogar nicht still ist.
Sondern sehr lebendig.
Voller Geräusche.
Die Töne des Sommers.
Nenne ich sie.
Es ist noch so warm.
So prickelnd warm.
Fast wie ein Kuss…
Grillenzirpen fängt mich ein.
Frösche quacken.
Als wäre der Teich ganz in der Nähe.
Dabei liegt er ein gutes Stück weiter unten.
Ein kleiner Frosch kann so laut werden.
Ein paar kleine Frösche.
Sie bilden schon einen Chor.
Wohl gestimmt.
Und voller Schwung.
Trotz der vorgerückten Stunde…

Der Himmel ist ganz dunkel.
Leichte Wolkenfäden ziehen durch.
Fast wie verwebt mit dem Blau…
Kein Regen heute Nacht.
Und kein Gewitter.
Es duftet nach Heu.
Intensiv und würzig.
Kein Sommer ohne Heu!
Vor kurzem noch regierte der kalte Regen.
Wie ein kalte Hand des späten Winters.
Die nicht weichen wollte.
Wer dachte noch an Sommer?
An Sonnenschein und Badewetter?
An bunte Blumen?
An barfuß spazieren gehen…?
Ich atme tief und intensiv ein.
Die Nacht ist ganz leicht.
Fast verspielt.
Und ein leichter warmer Wind streichelt mein Haar.
Und meine Seele.
Als wolle er mich wecken.
Komm.
Steh auf.
Das Leben wartet…
Das Leben wartet auf dich!

Ein einsamer Zug fährt durch die Nacht.
Er füllt die Luft mit leiser Dissonanz.
Wie eine dunkle Wolke.
Bis das Fahrgeräusch verebbt.
Und die Wolke wieder zerfällt…
Die Nacht wirft krause Schatten.
Ich erschrecke fast vor meinem Ebenbild.
Dass durch die Lichter verzerrt wurde.
Lichter die verebben.
Ein Haus nach dem anderen verschwindet im Dunkel.
Es geht gegen Mitternacht.
Aber mir ist das egal.
Egal.
Wie die Mücken und Gelsen.
Die immer hartnäckiger werden.
Auch sie gehören zum Sommer.
Ich habe sie nicht vermisst.
Nein.
Aber seid ruhig auch willkommen.
Wenn nur der Sommer bleibt.
Ich schließe die Augen.
Verzückt vom Gefühl.
Das mich befällt.
Das sich verinnerlicht.
Mehr und mehr…

Vivienne/Gedankensplitter

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