Manche.
Die putzen ihre Wohnung.
Ständig.
Kein Stäubchen darf sich zeigen.
Die Glasflächen.
Die müssen sich spiegeln…
Alles blitz-blank.
Aber auch kalt.
Eben steril…
Meine Wohnung.
Sie blitzt nicht immer.
Oder besser gesagt.
Nur selten.
Ich habe eine Katze.
Und ihre Haare.
Die finden sich überall.
Auch die Fasern.
Die sie aus Decken zieht.
Ihr Spielzeug.
Es ist in der Wohnung verteilt…
So ist es.
Das Leben mit einer Katze.
Reich.
Turbulent.
Und nie langweilig.
Aber auch nicht klinisch sauber.
Nicht steril.
Das ginge gar nicht.
Weil man ständig putzen müsste.
Es bliebe kein Zeit.
Keine Zeit zum Leben…
Für Gemütlichkeit…
Meine ich.
Meine Wohnung.
Sie ist nie ganz sauber.
Und nie ganz aufgeräumt.
Weil sie bewohnt wird.
Und immer freut es mich nicht.
Dass ich zum Besen greife.
Oder zum Staubsauger.
Aufgeräumte Wohnungen.
Immer geputzt.
Die sehen natürlich toll aus.
Aber sie tragen kein Leben in sich.
Keine Wärme.
Ich habe einmal beobachtet.
Vor ein paar Jahren.
Eine Kollegin.
Ich war eingeladen bei ihr.
Sie machte mir Kaffee.
Holte die Kaffeemaschine hervor.
Die sie in einem Küchenkasten versteckt hatte.
Nachdem sie mir den Kaffee eingeschenkt hatte.
Putzte sie diese sofort wieder.
Und verstaute sie ganz schnell…
Als wäre sie etwas Böses!
Sklave der Reinlichkeit.
Neben meinem Laptop.
Da steht schnell einmal ein Kaffeehäferl.
Leer.
Und die Reste vom Frühstück.
Sie bleiben auf dem Esstisch.
Bis ich von der Arbeit heimkomme.
Die Decken auf der Couch.
Sie sind nicht immer ausgebreitet.
Hübsch und ordentlich.
Oder faltenfrei.
Und das Geschirr.
Das wasche ich alle paar Tage.
Nicht öfter.
Weil es nicht nötig ist.
Bei mir sieht man.
Hier wohnt jemand.
Bei anderen Leuten wiederum.
Da sieht man vorrangig.
Sie können sich eine Putzfrau leisten…
Ich bin kein Schweinderl.
Nein.
Ich nehme mir nur die Freiheit.
Zu leben wie ich will.
Und mein Leben.
Das verträgt ein wenig Mist…! 😉
Vivienne/Gedankensplitter