Tante Steffis Katze – Gedankensplitter

Warum.
Er sich das.
Wirklich antat.
Wusste er nicht.
Genaugenommen.
Er.
Verdiente nicht schlecht.
Ein schmuckes Haus.
Im Grünen.
Ein roter Audi.
In der Garage.
Im Grunde.
Hatte er alles.
Was er wollte.
Es ging ihm gut.
Wirklich gut.
Und dennoch.
Kaufte er.
Jeden Freitagnachmittag.
Nach der Arbeit.
Einen Blumenstrauß.
Und Pralinen.
Und fuhr zu Tante Steffi.
70 Jahre alt.
Kinderlos.
Und sehr betucht…

Er hasste sie.
Diese Nachmittage.
Er hasste.
Den Guglhupf mit Rosinen.
Den dünnen Kaffee.
Aus dem alten Service getrunken.
Aber am meisten.
Hasste er die Katze.
Tante Steffis Katze.
Und das Viech.
Es hasste ihn.
Wenn er hereinkam.
In Tante Steffis Wohnzimmer.
Sprang die Katze.
Vom Sessel.
Machte einen dicken Buckel.
Und fauchte ihn an.
Als wolle sie ihn auffressen.
Dann lief sie weg.
Aber.
Sie kam wieder.
Immer.
Und manchmal.
Sprang sie.
Auf seinen Rücken.
Krallte sich fest…
Tante Steffi.
Reagierte sehr gelassen.
Kleine Mieze!
Du willst ihn doch nicht erschrecken!
Sie verscheuchte die Katze.
Liebevoll.
Aber er selber.
Er hätte das Mistviech erschlagen.
Am liebsten!

Wenn er heimfuhr.
Nach dem Besuch.
Gingen ihm jedes Mal.
Dieselben Gedanken.
Durch den Kopf.
Ja.
Diese Besuche.
Bei Tante Steffi…
Nur.
Wegen des Geldes.
Wegen der dicken Sparbücher…
Und alten Schmuck.
Sollte sie auch haben.
Sündteuer!
Er.
War ihr einziger Verwandter.
Und bevor Tante Steffi.
Das Geld.
Dem Tierschutzverein vermachte.
Womöglich.
Wollte er.
Präsent sein.
Sich hervortun.
Als liebevoller Neffe.
Jeden Freitag.
Mit Konfekt und Blumen…
Aber.
Es wäre.
Nur halb so schwer gewesen.
Ohne die verdammte Katze!
Tante Steffis Katze!
Ein echtes Übel.
Strafverschärfung.
Gewissermaßen.
Jedes Mal wieder…

Vivienne/Gedankensplitter

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