Ungebändig – Gedankensplitter

Er tobt in mir.
Ungebändig.
Der Wunsch nach Liebe.
Nach Wärme.
Und nach Leidenschaft.
Und doch viel mehr noch…
Nach einer verwandten Seele.
Ein Mann der mich hält.
Und versteht.
Und mich nicht betrügt oder belügt…

Verlange ich zu viel?
In der Zeit der Lebensabschnittpartner?
Dem Vögeln nach Lust und Laune?
Der zerstörten Treue?
Verpackt und zugeschnürt in einer Ecke?
Verstaubt…
Und dem hochgehaltenen Schrei:
Das Leben ist viel zu kurz.
Um es nur mit einem einzigen Menschen zu verbringen!
Die Wahrheit ist.
Das Leben ist oft viel zu abwechslungsreich.
Um nur bei einem Menschen bleiben zu können.
Man irrt auch.
Und man täuscht sich selbst.
Und man ändert sich…
Aber deshalb jede Gelegenheit beim Schopf packen?
Vögel um des Vögelns Willen!
Und nicht mehr.
Liebe um der Liebe willen…

Ja.
Vielleicht ist mein Zug abgefahren.
Es mag vieles nicht mehr trendig sein.
Einem Menschen zu gehören.
Zumindest auf Zeit.
Und mit ihm alles teilen.
Freud und Leid.
Sich aufeinander verlassen.
Und die Last des Lebens tragen.
Gemeinsam.
Ich liebe dich.
Es sagen.
Und es auch meinen.
Nicht weil du schön bist.
Sondern weil du mich anziehst.
Wie die Sonne die Wärme.
Und den Sommer.
Weil ich dich nicht mehr lassen will.
Unbändig.
Nicht für immer.
Aber solange wir uns lieben.
Solange wir Freude aneinander haben…

Mag sein.
Ich habe vielleicht die Trends verschlafen.
Ich halte ein Ideal hoch.
Ein Ideal.
Das nicht gefragt ist.
Nicht heute.
Wo jeder nur mehr seine Triebe auslebt.
Die er Freiheiten nennt.
Wo man vor lauter Angst vor Nähe.
Vor Intimität.
Die über das rein Körperliche weit hinausgeht.
Schon mit jedem schläft.
Um sich nur ja nicht offenbaren zu müssen.
Die Karten nicht auf den Tisch legen zu müssen.
Nackt zu sein.
Nicht körperlich.
Sondern vertraut bis ins Innerste.
Das kann heute kaum mehr jemand.
Ich brauche meine Freiräume.
Du engst mich ein!
In Wirklichkeit ist das Flucht.
Flucht vor dem anderen.
Um ihm nicht gehören zu müssen.
Mit Haut und Haaren…

Und trotzdem bin ich ungebändig.
Ungebändig nach Liebe.
Und ich passe mich nicht an.
Ich würde sonst zerbrechen.
Ich glaube an die Liebe.
Allen Erfahrungen.
Allen Lügen und Täuschungen zum Trotz.
Ungebändig.
Lodert die Leidenschaft in mir.
Versteckt.
Und ich gebe mich nicht jedem.
Auch wenn es nicht modern ist.
Aber wem ich mich öffne.
Der wird den Strom kaum bändigen können…

Vivienne/Gedankensplitter

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