Veränderung – Gedankensplitter

Heute Abend.
Da las ich ein altes Gedicht von mir.
Wovon träumen
Fast dreieinhalb Jahre alt.
Ich weinte und jammerte.
In diesem Gedicht.
Machte meinem Herzen Luft.
Mit beredten Worten…
Darin bin ich erprobt.
Ich musste schmunzeln.
Als ich das Gedicht las.
Ich schrieb von Einsamkeit.
Die mich zerfraß…
Heute weiß ich.
Ich war nicht einsam.
Nicht wirklich.
Im Grunde.
Bin ich jetzt öfter allein.
Aber es stört mich nicht.
Nicht wirklich.
Heute gewichte ich anders.
Ganz anders.
Ich bin klüger geworden.
Gereift.
Und ich habe begriffen.
Worum es in meinem Leben geht.
Und worum nicht.
Ganz bestimmt nicht…

Ich ging durch die Hölle.
Ich wandelte am Abgrund.
Manchmal.
Nur einen Schritt vom Sturz entfernt.
Depression.
Zerrissen von Sorge und Not.
Not wie nie zuvor!
Und was man mir nicht helfen wollte!
In was man mich nicht drängen wollte!
Beziehung.
Quasi zwangsweise.
Regelmäßig durchgefickt.
Da würde die Depression wohl weichen.
Und in trauter Zweisamkeit.
Wären die Sorgen schnell passé…
Ich wollte den Mann nicht.
Zu keiner Minute.
Und verweigerte mich.
Das war nicht Liebe.
Nicht das was ich wollte.
Nicht das was ich suchte.
Das war nichts!
Gar nichts.

In dieser üblen Phase.
Begriff ich erst.
Was ich wirklich wollte.
Wen ich wollte.
Und wen ich brauchte.
Ich wollte nicht abhängig sein.
Und nicht versorgt werden.
Was ich suchte.
War Liebe.
Geborgenheit.
Mehr denn je.
Und  nicht einen alten Mann.
Der mich aushielt.
Der mich fickte…
Ich gehe meinen Weg.
Konsequent.
Und ich bin nicht reich.
Das werde ich wohl nie sein.
Aber es macht nichts.
Was ich habe.
Ist selbst geschaffen.
Abbezahlt.
Und es gehört mir…!

Niemand redet mir drein!
Niemand bevormundet nicht.
Niemand sagt mir.
Was „wir“ wollen…
Liebe.
Etwas Wunderbares.
Aber ich finde sie selbst.
Ich brauche keinen Wegweiser.
Ins nächste Pensionistenheim!
Ich liebe.
Ganz besonders auch mich.
Und ich achte auf das.
Was ich brauche.
Und was ich möchte.
Schwachköpfe!
Die mir etwas anderes einreden wollen…
Nein.
Heiraten werde ich wohl nie.
Zumindest nicht in absehbarer Zeit.
Aber wenn doch.
Dann nach reiflicher Überlegung.
Und nur den Mann.
Den ich selbst wählte.
Den ich liebe.
Wie keinen je zuvor…
Den Einzigen…

Vivienne/Gedankensplitter

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