Verbittert – Gedankensplitter

Ich sehe hart aus.
Manchmal.
Ich bin verbittert.
Ich gebe es zu.
Die letzten Jahre.
Sie waren nicht einfach.
Man hat mir übel mitgespielt.
Mehr noch.
Ich wurde zum Spielball anderer…
Was ich wollte.
Was ich brauchte.
Es war unerheblich.
Ja.
Ich hatte vertraut.
Ein paar Menschen.
Aber sie scherten sich einen Dreck.
Um meine Bedürfnisse.
Um meine Pläne.
Um meine Wünsche.
Ich lernte diese Menschen erst richtig kennen.
Damals.
Ich erkannte.
Wie sie dachten über mich.
Wirklich.
Wie sie mich einschätzten.
In Wahrheit.
Nämlich.
Als zu blöd für diese Welt…

Natürlich.
Bin ich nicht zu blöd für diese Welt.
Nicht zu harmlos.
Um ernst genommen zu werden.
Die Erkenntnis.
Wie man mich so einschätzte.
Sie schmerzte.
Und sie schmerzt noch.
Verachtung.
Tiefe Verachtung.
Sie erfasste mich.
Und ich sonderte mich ab.
Von diesen Menschen.
Ich wehrte mich.
Mit Ablehnung.
Aber auch mit Widerstand.
Mit stillem Widerstand…
Meine blonden Haare.
Ein Signal dafür.
Mein Markenzeichen…
Ich lebe mein Leben.
So gut ich kann.
Doch die Verbitterung.
Sie beherrscht mich.
Manche genießt Narrenfreiheit.
Mancher hält sich für unantastbar.
Und ich schlüpfe hinter manche Fassade.
Und gehe meinen Weg…

Das Leben ist ungerecht.
Unrecht wird gefördert.
Oder toleriert.
Nicht bestraft.
Und was ich will.
Es wird negiert.
Nach wie vor.
Wer bin ich denn?
Ein Nichts.
Nicht lebensfähig.
Ich sollte dankbar sein.
Für das was man tun möchte für mich…
Meinen manche.
Diese…
Diese sollen zur Hölle fahren.
Meine ich.
Und die Verbitterung.
Sie wird wieder stärker.
Sie wohnt in mir.
Ich werde meinen Weg gehen.
Trotzdem.
Auf meine Weise.
Ich lasse mir nichts sagen.
Was mein Leben betrifft.
Aber ich werde nicht mehr lachen.
Irgendwann.
Nicht mehr.
Bis mein Weg mich wegführt.
Von diesen Menschen.
Für immer…

Vivienne/Gedankensplitter

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