Ja.
Ich fühle mich elend.
Das gebe ich zu.
Dass ich ganz weiß bin.
Im Gesicht.
Das merke ich selbst.
Aber es wird wieder.
Das sagen die Ärzte.
Und ich bekomme jetzt Medikamente.
Gegen die Depressionen.
Du musst dir keine Sorgen machen.
Es geht mir schon besser.
Ein wenig.
Und…
Ich werde mir nichts mehr antun.
Jetzt…
Du erschrickst.
Weil ich es ausspreche.
Das Ungeheuerliche.
Das Undenkbare…
Ich habe mir die Pulsadern aufgeschnitten.
Vor einer Woche.
Und Schlaftabletten geschluckt.
Aber sie haben mich gefunden.
Rechtzeitig…?
War das gut?
Frage ich mich.
War das gut?
Dass sie mich gefunden haben?
Natürlich.
Sagst du.
Beteuerst du.
Stell dir vor.
Du würdest nicht mehr leben.
Jetzt.
Wäre das nicht schlimm?
Ich blicke skeptisch.
Und frage mich wieder.
Wem das etwas bringt.
Dass ich lebe.
Würde mich jemand vermissen?
Wäre es für jemand traurig?
Wenn ich tot wäre?
Ich bin ein Versager.
Ich weiß es.
Jemand.
Der nie etwas erreichen wird.
Ganz klar.
Weil ich es einfach nicht drauf habe.
Im Grunde kann ich nichts.
Gar nichts…
Du klopfst mir auf die Schulter.
Du meinst.
Dass ich das nicht sagen soll.
Nicht sagen darf.
Außerdem stimmt es nicht.
Ich kann so viel.
So viel…
Mag sein.
Aber ich kann nichts daraus machen…
Wir schweigen.
Und irgendwann.
Da siehst du mich an.
Tränen in den Augen.
Warum?
Warum habe ich das getan?
Warum bin ich nicht gekommen?
Zu dir?
Ich hätte reden können.
Jammern.
Weinen.
Aber sterben…
War das wirklich das letzte?
Das einzige?
Was mir geblieben ist?
Ich sehe dich an.
Ich weiß nicht.
Was ich dir antworten soll.
Weiß ich es selbst?
Was die Initialzündung war?
Etwas in mir.
Das mir sagte.
Ich will nicht mehr.
Ich kann nicht mehr…
Vivienne/Gedankensplitter