Warum? – Gedankensplitter

Erich.
Blätterte in der Zeitung.
Sportteil.
Er gähnte.
In zehn Minuten.
Musste er fahren.
In die Arbeit…
Er seufzte.
Räumte den Tisch ab.
Und den Geschirrspüler voll.
Die Putzfrau.
Sie würde morgen kommen.
Und im Haus putzen…
Ja.
So war das jetzt.
Bei ihm.
Keine liebende Frau mehr.
Er musste.
Für sich selber sorgen…
Fast ein Jahr schon.
Und er wusste nicht einmal.
Warum genau.
Sie ihn verlassen hatte.
Anna.
Dreißig Jahre.
Waren sie.
Beisammen gewesen…
Was?
War falsch gelaufen?
Er wusste es nicht…

Abends.
Saß er im Beisel.
Ein Freund.
Würde kommen.
In einer halben Stunde.
Er, Erich, war schon da.
Im Haus.
Hielt ihn nichts.
Da fiel ihm nur.
Die Decke auf den Kopf.
Ein Weizenbier.
Und er begann zu grübeln…
Eine harmonische Ehe.
Drei Kinder.
Vier Enkel.
Aber vor einiger Zeit.
Da war ihm aufgefallen.
Sie war oft gedankenverloren.
Telefonierte.
Und er durfte nicht zuhören.
Wenn sie aus waren.
Essen.
Verschickte sie SMS.
Ständig.
Und er wusste nicht.
An wen.
Sie redete nicht.
Mit ihm.
Kaum ein Wort.
Irgendwie.
War sie gar nicht da bei ihm…

Einmal.
War ihr Handy dagelegen.
Die Neugierde.
Packte ihn.
Er griff danach.
Wollte nachsehen.
Aber sie kam herein.
Bei der Tür.
Im selben Augenblick.
Schrie ihn an.
Einen Moment sah es aus.
Als wollte sie ihn.
Ohrfeigen…
Fünf Minuten später.
Rief sie jemand an.
Und sie strahlte.
Als sie hinausging.
Um zu reden…
Dieses Leuchten in den Augen.
Es tat ihm weh.
Es galt nicht ihm…
Sein Freund kam.
Setzte sich.
Klopfte ihm.
Auf die Schulter…
Erich lächelte.
Ein wenig gequält.
Seine Freunde.
Waren ihm geblieben.
Wenigstens.
Aber die ersetzten ihm.
Keine liebende Frau…

Vivienne/Gedankensplitter

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