Wenn du wieder da wärst – Gedankensplitter

Da bist du!
Und dein Lachen greift in mich hinein.
Du streichelst mich liebevoll.
Nur mit deiner Stimme.
Mit deinen Worten…
Deine blauen Augen.
Dein dichter, blonder Schopf.
Und deine sanften Hände…
Du legst den Arm um mich.
Und wir gehen hinaus.
Ein herrlicher Tag voller Sonnenschein.
Voller Leben.
Und ich kann dich nur ansehen.
Kein Wort sagen.
Während wir die Straßen hinuntergehen.
Und die Leute uns freundlich grüßen.
Uns nachsehen.
Wir sind ja so ein hübsches Paar!
Man liest  das in ihren Mienen.
Wie sie sich freuen für uns.
Dass wir zusammengekommen sind.
Und zusammengehören.
Für immer.
Ich lehne mich an deine Schulter.
Du ahnst nicht, was du mir bedeutest.
Aber wenn ich dir ins Gesicht blicke.
Dann sehe ich.
Deine Augen sagen genau dasselbe.
Was wären wir ohne einander?
Gar nichts.
Wir gehen immer weiter.
Ich spüre dich.
Ich fühle deinen Atem.
Und deine Hände an meinem Körper…

So träume ich.
Jeden Tag.
Und jede Nacht.
Ein glückliches Lächeln auf meinem Gesicht.
Das erstirbt.
Jäh.
Wenn ich wach werde.
Wenn ich die weißen Wände wahrnehme.
An die weiße Decke stoße.
Mit meinem Blick.
Nein.
Du bist nicht da.
Auch nicht bald.
Und wir werden nicht durch die Straßen flanieren.
Und unser Glück genießen.
Du wirst nie mehr kommen.
Denn du lebst woanders.
In einer ganz anderen Welt.
Und ich konnte es nicht begreifen.
Dass Gott dich mir nehmen konnte.
Dass er so grausam ist…
Ich konnte es nicht begreifen.
Dass dieser Autofahrer einfach weiterfuhr.
Nachdem er dich nieder gestoßen hatte.
Völlig betrunken.
Und sich nicht einen Deut darum scherte.
Dass du im Sterben lagst…

Seither kann ich nicht mehr lachen.
Nur noch in meinen Träumen.
Sie helfen mir.
Mehr als die Medikamente.
Die ich schlucken muss.
Und die mich müde machen.
Und schwach.
Meine Träume.
Sie helfen mir.
Mehr als eure Worte.
Liebevoll gemeint.
Aber ohne Perspektive…
Das Leben geht weiter.
Gib dir einen Ruck.
Lass endlich los.
Deine Tränen machen ihn nicht lebendig.
Und er wollte das sicher nicht.
Dass du dich fertig machst.
Seinetwegen…
Was wisst ihr schon?
Meine Träume.
Sie helfen mir.
Mehr als die Sorge in euren Augen.
Mehr als die netten Ärzte und Pfleger.
Deren Fröhlichkeit Fassade ist.
Aufgesetzt wie eine Maske.

Wenn du wieder da wärst!
Hier bei mir!
Nicht nur in meinen Träumen…
Ich möchte nicht mehr aufwachen.
Aus meinen Träumen.
Denn nur dann bist du bei mir…

Vivienne/Gedankensplitter

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