Wo die Sonne aufgeht… – Gedankensplitter

Wieder ein Samstagmorgen.
Wochenende…
Ich stehe auf.
Laufe ins Bad.
Dusche.
Putze mir die Zähne.
Rasiere mich.
Mein Blick schweift…
Das Waschbecken.
Und die Badewanne.
Sie sollten wieder geputzt werden.
Gründlich.
Ich weiß.
Aber seit sie weg ist.
Meine Freundin.
Passiert das nicht mehr.
Wie von selbst.
In der ganzen Wohnung.
Ein wenig Schlendrian.
Die Freunde schauen schon.
Aber es freut mich nicht.
Nicht weil ich keine Zeit habe.
Sondern weil ich es scheue.
Tut man das als Mann überhaupt?
Ich frage es mich.
Wenn ich meine Hemden bügle.
Und die Hosen.
Wenn ich Knöpfe einnähe.
Und Reißverschlüsse.
Weil ich muss.
Mein Chef.
Er würde es nicht tolerieren.
Wenn ich mich gehen ließe…
Freundin oder nicht.
Ich muss ordentlich aussehen im Büro.
Ja, ich weiß…

Ich mache Kaffee.
Und während die Filtermaschine werkt.
Sammle ich die Chipspackungen ein.
Und die Bierflaschen.
Es ist spät geworden.
Gestern.
Und mein Freund.
Er hat gemeint.
Du brauchst wieder eine Freundin.
Eine, die dich aus der Lethargie reißt.
Was ist nur geworden aus dir?
Ich weiß nicht.
Aber der Alltag.
Er ödet mich an.
Und nicht dass ich die Ex vermisse.
Es hat schon lange nicht gepasst.
Aber ich fühle mich unfertig.
Allein.
Und wenn ich durch die Straßen schlendere.
Abends.
Und ein Lokal suche.
Das noch offen hat.
Dann frage ich mich.
Wie es wäre.
Weitergehen.
Einfach weitergehen.
Mit ihr.
Einer neuen Liebe.
Dorthin.
Wo die Sonne aufgeht.
Wo sich der Regenbogen spannt.
Und der blaue Himmel beginnt…

Wenn ich ehrlich bin.
Mit meiner Ex.
Da wollte ich das nie.
Da spann ich keine krausen Gedanken.
Wie diese.
Nein.
Ich hatte eine Frau.
Die mich bediente.
Die mit mir schlief.
Und die mir kochte.
Aber sie liebte mich nie.
Nie wirklich.
Und ich sie nicht.
Sie war mir Gewohnheit.
Jetzt ist sie weg.
Und da merke ich erst.
Was ich vermisse.
Brauche.
Nach dem ich mich verzehre.
Keine Dienerin.
Nein.
Sondern das Besondere.
Das nie Gekannte.
Liebe.
Dort wo die Sonne aufgeht…

Vivienne/Gedankensplitter

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