Wohin? – Gedankensplitter

Es regnet.
Und es ist gar nicht so kalt.
Genau genommen.
Nicht wie die letzten Tage…
In der Früh schneite es noch.
Die Welt schien verzaubert.
Fast märchenhaft.
Und doch.
Sie war nicht besser.
Kein bisschen besser.
Als sonst…
Ein Damoklesschwert.
Es hängt über uns.
Die Welt hat sich verändert.
In wenigen Tagen.
Sie ist grausam und kalt.
Und ich fürchte mich.
Ja, ich fürchte mich.
Und wage nicht zu hoffen.
Was tun?
Wenn so ein Verlust absehbar wird?
Wohin?
Führt uns der Weg?
Wohin?
Wenn das Leben uns schlägt?
Mit aller Macht?

Die Katze.
Ein Bild des Friedens.
Eingerollt.
Sie schläft.
Und ich weiß.
Sie merkt alles.
Was ich tue.
Und sie wartet nur.
Dass ich mich zu ihr lege.
Das hat sie am liebsten…
Sie ist ein großer Trost.
In diesen Tagen.
Meine Kleine…
Was würde ich nur tun?
Ohne sie?
In diesen Tagen?
Ich bin nur müde…
Ich sorge mich.
Und weiß doch.
Dass die Sorge nichts bringt.
Nichts gut macht.
Was so schlimm scheint…
So unabwendbar…
Aber sie zeigt mich.
Grau und verbittert.
Und wohin der Weg auch führt…
Ich muss ihn gehen.
Keiner fragt mich.
Ob ich will.
Oder kann…

Manchmal.
Da meine ich.
Ich müsste zerbrechen.
Unter dieser Last.
Ich könnte das Übel nicht ertragen.
Und doch.
Ich kann es.
Ich bin nur nicht bereit.
Ich wäre es wohl nie…
Zu Gott beten?
Um Aufschub bitten?
Ein Jahr?
Oder zwei?
Ich Winzling.
Was weiß ich schon.
Was gut und Recht ist.
Wirklich.
Wohin das Leben mich führt.
Gerade deswegen.
Ich kann beten.
Aber Gottes Plan kenne ich nicht…
Vor siebzehn Jahren.
Bizarre Parallelen…
Aber diesmal bleibt das Wunder aus…?

Vivienne/Gedankensplitter

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