Wolkenschiffe – Gedankensplitter

Ein Urlaubstag.
Der letzte.
Für lange Zeit.
Ich flaniere durch die Straßen.
Schwer bepackt.
Links zwei Paar Schuhe.
Rechts der Einkauf in der Parfümerie…
Man gönnt sie ja sonst nichts.
Denke ich mir.
Und ich brauche Motivation.
Für die nächsten Monate.
Ich brauche sie dringend…
Ich seufze.
Blicke um mich.
Brauche ich noch etwas?
Dann setze ich mich in ein Cafe.
Trinke einen Capucchino.
Blicke aus dem Fenster.
Der Schillerpark.
Ein paar Bäume.
Leute.
Die vorbeigehen.
Die von der Arbeit kommen.
Schüler.
Und Wolken.
Die aussehen wie Schiffe.
Wie Wikingerschiffe.
Dazwischen ein wenig Blau.
So geht es mir gut.
Der Kaffee.
Ein Traum.
Und das Wochenende vor mir…

Ich telefoniere.
Ein paar liebe Menschen.
Man lacht.
Man freut sich.
Und das Leben…
Macht Spaß…
Die Sonne.
Sie verschwindet unter den Wolken.
Als ich wieder hinausgehe.
Und die Wolkenschiffe.
Sie haben sich verformt.
Sind zusammengedriftet.
Zu einem großen Schiff.
Riesengroß.
Und ein Wikinger.
Er blickt mich grimmig an…
Da rempelt mich jemand an.
Sagt kein Wort.
Läuft einfach weiter.
Und ich schrecke auf…
Sehe mich um.
Meine Taschen.
Sie sind noch alle da.
Gut.
Einmal.
Sehe ich noch nach oben.
Aber der Wikinger.
Er ist verschwunden…

Ich warte auf die Straßenbahn.
Lese Prozente-Schilder.
Überall.
Ausverkauf.
Wohin man schaut.
Fast jeder.
Trägt schwere Einkaufstaschen.
Unterschiedliche Geschäfte.
Aber wo Prozente steht.
Da muss man hinein.
Fast hypnotisch angezogen.
Sparen!
Die Menschen.
Wie Piraten auf Raubzug.
Mehr!
Mehr!
Unstet.
Unruhig.
Mit Raubtieraugen…
Auf der Suche nach Beute.
Egal was.
Hauptsache billig…
Die Straßenbahn fährt ein.
Noch ein Blick zum Himmel.
Kein Wikingerschiff mehr.
Nur mehr Wolkenschafe.
Dicht an dicht.
Ich höre sie mähen.
Die Sonne bricht durch.
Und ich steige ein…

Vivienne/Gedankensplitter

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