Der Wecker schrillte.
Erich sprang auf.
Stellte ihn ab.
Der Ton.
Fuhr ihm in die Glieder.
Jeden Tag wieder.
Und er war hellwach.
Ganz schnell.
Er blickte zu seiner Frau.
Die ihn kurz anblickte.
Verschlafen…
Glückskind.
Dachte er.
Sie musste erst in einer Stunde auf…
Er trank den Kaffee.
Dazu Toast.
Und ein Glas Orangensaft…
Er blätterte die Zeitung durch.
Dann blickte er auf.
Heute.
Musste er es tun.
Heute.
Seit Wochen verschob er es.
Immer.
Und immer wieder.
Er hörte die Stimme seiner Frau.
In seinem Kopf.
Wie lange?
Willst du noch warten?
Wie lange?
Denkst du?
Dein Chef?
Er gibt dir eine Gehaltserhöhung?
Von sich aus?
Zehn Jahre.
Bist du in der Firma.
Zehn Jahre!
Wie lange?
Willst du noch warten?
Sie hatte Recht.
Natürlich.
Aber…
Sie kannte seinen Chef nicht.
Nein.
Fair.
Geradlinig.
Aber…
Knausrig.
Der Chef sparte.
Wo er konnte.
Selbst die Renovierung des Büros.
War überfällig.
Aber den Chef.
Kümmerte das nicht.
Zumindest nicht.
Bis der Verputz bröselte.
Von der Decke…
Erich faltete die Zeitung zusammen.
Ehrlich gesagt.
Er hatte Angst.
Angst vor der Reaktion seines Chefs.
Dass er sauer werden könnte.
Über sein, Erichs, Anliegen.
So verärgert.
Dass ihr gutes Verhältnis.
Darunter leiden könnte.
Das war ja auch was Wert…
Erich stand auf.
Zog seine Jacke an.
Natürlich wusste er, Erich.
Was er Wert war.
Und besonders üppig.
War sein Gehalt nicht.
Wirklich nicht.
Einfach nur das.
Was sein Chef für angemessen hielt…
Ansichtssache…
Er blickte auf die Armbanduhr.
Er musste zum Zug.
Nur nicht zu spät kommen!
Ausgerechnet heute!
Da.
Hätte er seine Chancen gleich verspielt…
Vivienne/Gedankensplitter