Zu viel ist zu viel – Gedankensplitter

Ein hehres Ziel.
Hat man sich gesetzt.
Ein hehres Ziel.
Für jemand anderen.
Manchmal muss man nachhelfen.
Beim Glück des anderen.
Nachhelfen.
Ihn glücklich zu machen.
Heimlich.
Aber mit Vehemenz.
Mit Strategie und Planung.
Dann kann nichts schief gehen.
Meint man.
Der andere merkt sicher nichts.
Wie seinem Glück nachgeholfen wird.
Sanft.
Vermeintlich.
Und weiß er es einmal.
Ist es doch längst unabänderlich…
Oder?

Vielleicht ist alles anders.
Vielleicht ist das Glück.
Das auserwählte Glück.
Gar nicht das.
Das der andere sucht.
So überhaupt nicht.
So.
Als wollte man ihn über die Straße bringen.
Mit Gewalt.
Obwohl er gerade von drüben kam.
Vielleicht will der andere einfach nicht.
Ganz einfach.
Und warum auch begründen?
Nein ist nein.
Doch man will nicht begreifen.
Nicht verstehen.
So überhaupt nicht.
Verfolgt ein Ziel.
Engstirnig.
Und mit Scheuklappen.
Man gibt nicht auf.
Jetzt erst recht!
Und man ist sich sicher.
Man erreicht das Ziel schon noch.
Das hehre Ziel.
Am Ball bleiben.
Heißt die Devise.
Am Ball bleiben.
Und neue Pläne schmieden…
Abwarten.
Obwohl der andere die kalte Schulter zeigt.
Längst.
Und mit Verachtung straft…

Emsig weiter drängen.
Mit Strategie.
Doch irgendwie…
Alles verhext.
Der andere zieht sich zurück.
Immer mehr.
Misstrauisch geworden.
Und kein Einfall.
Keine Idee.
Nichts funktioniert.
Schlimmer noch.
Der andere.
Nicht dumm.
Schöpft jedes Mal Verdacht.
Kein Trick.
Kein Streich.
Nichts funktioniert.
Der andere hat genug.
Ein für alle mal.
Er will nicht.
Er lässt sich nicht nötigen!
Es ist genug!
Nein ist nein.
Und bleibt nein.
Zu viel ist zu viel!

Am Ende erreicht man.
Genau das Gegenteil.
Von dem was man wollte.
Ein hehres Ziel.
Zerbröckelt.
Ablehnung ist geblieben.
Ablehnung und Missachtung.
Aber klüger ist man nicht geworden…

Sommer 2001/März 2002

Vivienne/Gedankensplitter

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