Zum Beispiel Jesus und die Jesuiten! – Toni’s O-Ton

Die Katholische Kirche, ein Hort der Liebe zum Menschen, oder auch ein Hort für in ihrer unbeirrbaren  Menschenliebe, scheinbar Verirrte und Verwirrte?

Jesus wurde für seinen, sich vom Jüdischen seiner Zeit, wohl recht unterscheidenden Lebensentwurf, gleichwohl aber auch für unsere eigenen Verfehlungen, durch eine Unmenschliche Gesetzlichkeit ans Kreuz genagelt.

Der Nachdenkliche könnte nun, angesichts der sich häufenden Bekanntmachungen aus Kreisen früherer Zöglinge, als auch der Verantwortlichen in von Jesuiten geleiteten Schulen, von der nicht ganz von der Hand zu weisenden Vermutung ausgehen, dass Jesus` vorbildliche Lebensweise für die Ordensbrüder von heute keinerlei Bedeutung mehr zukomme.

Diese sich der Armut, der Ehelosigkeit und des Gehorsams des Katholischen Kanons gegenüber, also den Kirchengesetzen und darüber hinaus zu besonderem Gehorsam dem jeweiligen Unfehlbaren, also dem Papst Verpflichteten, scheinen nun aber selber nicht mehr ganz so sicher, sich tatsächlich noch auf dem Rechten Weg zu befinden.

Ich selber würde mich nicht als ein Fan der Katholen bezeichnen, dazu kommt dieses Gebilde zu Überheblich und vorbemundend rüber.
Jedoch, von den augenscheinlichen Verfehlungen Einzelner kann und darf man nicht auf das Gesamtgebilde Katholische Kirche, insgesamt schließen.    Doch angesichts der sich nun auftürmenden Vorwürfe und Verdächtigungen, sollte man doch einmal darüber nachdenken, ob es nicht dieselben inneren Strukturen dieses Phänomens Kirche und der sie befördernden Zirkel sind, die solche Verfehlungen erst möglich gemacht haben.

Da gebiert sich eine wenig demokratisch auftretende Weltmacht, die sich auch noch dazu aufbläst, von sich selber als der einzig selig machenden Wahrheit zu sprechen und andere Wahrheiten, als Ketzerei zu verunglimpfen und daher dazu befugt sei, in die intimsten Verhaltensweisen hinein zu regieren.
Und gleichzeitig erdreisten sich einige dieser Vorbilder in scheinbarer Menschlichkeit, ihre eigenen Süchte und Gelüste, unbeschadet irgendwelcher juristischer Nachstellungen, gleichsam wie selbstverständlich auszuleben.
Und die obersten Autoritäten, die nachweislich schon seit Jahrzehnten Bescheid wussten, schauten einfach weg. Und nur, weil wohl nicht sein kann, was nicht sein darf.

Wie blind muss man eigentlich sein, wenn man ganz klar zu Tage Tretendes, als Vorgesetzter gar nicht mal nicht zur Kenntnis nehmen will?
Die Kirchenfürsten, nur ein Adel von Betriebsblinden?
Oder hat diese Abstinenz von Treu und Glauben, ganz andere, viel niedrigere Gründe?
Ist die Grauzone der nur noch nicht bekannt gewordenen Fälle von Kindermissbrauch, möglicherweise doch viel größer, als nun nur vermutet?

Der Pater der Jesuiten und Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, SR Hans Langendörfer, geht nun von 94 Fällen aus, bei denen 94 Kleriker und so genannte Laien im Verdacht stehen, sich an Schutzbefohlenen vergangen zu haben. Und diese Zahl umfasst nur die letzten 15 Jahre!
Gleichzeitig wurden im genannten Zeitraum, 30 Verurteilungen von Gerichten ausgesprochen.
Insgesamt also 124 Fälle von versuchtem und erfolgtem Missbrauch!
Diese Zahlen, in dieser Woche vom Magazin DER SPIEGEL publiziert, müssen also mit Vorsicht betrachtet werden, weil kein Mensch, ja genaueres wissen kann.
Auch die Vorgesetzten dieser moralisch Verarmten, können nur mutmaßen.
Letztendlich könnten sich nur die Opfer dieser Übergriffe outen und damit für Klarheit sorgen.

Hier nun, stellt sich das wohl größte Problem.
Da es sich, nach allem was bisher bekannt wurde, bei der Mehrzahl der Opfer um Knaben handelt und gleichzeitig beinahe alle Täter Männer sind, werden die Opfer, bei aller Betroffenheit, gleichzeitig mit diesen an den Pranger gestellt.

Und hieran trägt diese Kirche, mit all ihrer Sexfeindlichkeit und ihrer Unfähigkeit, Menschliche Verhaltensweisen einfach so zu akzeptieren, eigentlich die Hauptschuld.

Eine Moralische Instanz, die Unfehlbarkeit für ihre Lehre beansprucht und gleichzeitig alles Sinnliche verdammt, kann Homosexualität und alles was daraus erfolgt, nicht zulassen.

Eheliche Liebesbezeigungen, die nicht der Göttlichen Eingebung, also Zeugung dienen, sind zu verbannen. Sex schadet der Liebe zu Gott. Ehelicher Sex, der nicht der Zeugung dient, trägt schon die Sünde per se in sich.
Sex ist wohl schon alleine verdächtig. Maria, die Mutter Gottes, musste also „unbefleckt empfangen“.
Christus durfte, dem Selbstverständnis der Kirchenoberen und ihrer Frauenfeindlichkeit wegen, keinerlei Sex gehabt haben. Er wurde ja auch nicht mittels Sex gezeugt.
Wenn es denn möglich gewesen wäre und nicht am Verständnis der damaligen Zeit, von vor zweitausend Jahren scheitern musste, wäre Jesus darum auch vermutlich aus der Knospe einer Seerose geklettert.

Sex und alle seine Spielarten, gehören verboten. Sex, der, der Fortpflanzung dient, wird trotz erheblicher Vorbehalte geduldet.
Aber vermutlich nur, weil auch dem Paps und seinen Purpurnen klar sein muss, dass diese Ideologie nur weiter besteht, wenn es möglichst zahlreichen Nachwuchs gibt.

Ich werde hier nicht so weit gehen, den Papst der Beihilfe in den gemeldeten Fällen zu bezichtigen.
Aber, die bisher zur Schau getragene Uninteressiertheit für Problemfälle in den eigenen Reihen der Wortverkünder, zeigt eigentlich sehr deutlich auf, dass dieses starre und in zweitausend Jahren verknöcherte System, ließ mehr zu als nur kleinere Verfehlungen.
Und hierfür ist niemand so verantwortlich zu machen, als gerade das Papsttum.

Dieses Papsttum, welches sich Menschlich gebärdet, wobei wirklich Menschliches scheinbar außen vor bleiben muss.
Weil Übergriffe Erwachsener, Kindern gegenüber nicht sein dürfen, konnten sie auch nicht, entgegen anders lautender Anklagen durch Kinder und Eltern, die schon sehr früh dokumentiert werden konnten, schon aus Rücksichtnahme auf „das Ganze“, gar nicht sein.

Diese Kirche erweist sich schon zu lange als wahre Meisterin im Beschönigen und Abstreiten, mehr sogar im Totschweigen von Offensichtlichen.
Was ist eine Idee noch wert, wenn es den dafür Verantwortlichen gar nicht mehr darauf ankommt und diese sich stattdessen lieber in ihren Hohen Häusern verkriechen und stattdessen „business as usual“ verkünden.
Ihre eigenen hohen Ideale, hiermit einfach verraten.

Diesem Papst erwächst hier eine verdammt anspruchsvolle Aufgabe zu. Noch ist die Katholische Kirche zu retten. Doch dazu müsste sich dieser „Stellvertreter Christi auf Erden“, endlich auch dieser Aufgabe stellen.

A.S. 8. Februar im Jahre des Herrn 2010

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