Du bist müde.
Gähnst verhalten.
So ein Schläfchen.
Das täte jetzt gut.
Draußen grau in grau.
Regen.
Gut.
Dass du einkaufen warst.
Vorhin.
Jetzt.
Wäre es nicht zu empfehlen…
Im Supermarkt.
Da hast du sie getroffen.
Eine Bekannte.
Ewig nicht gesehen.
Ganz verhärmt.
Der Mann.
Arbeitet nichts mehr.
Trinkt zu viel.
Manchmal.
Da schlägt er sie auch.
Oft.
Hat sie dir gesagt.
Da möchte sie davonlaufen.
Sie kann nicht mehr…
Du seufzt.
Machst dir einen Filterkaffee.
Davonlaufen…
Geht es nicht dir genau so?
Nun.
Es geht nicht um einen Mann.
Nein.
Um die Arbeit.
Zwangsversetzt.
In eine andere Abteilung.
Vor gut zwei Monaten.
Obwohl du nicht wolltest.
In der alten Abteilung.
Da hat es auch nicht gepasst.
Nicht mehr wirklich…
Aber hier…
Nein.
Das ist nicht dein Job!
Schreit es in dir!
Du bist nicht stressresistent genug.
Und da herrscht Chaos.
Unfreundliche Kunden.
Penetrante Gesprächspartner.
Jede menge Probleme…
Und deine neuen Kolleginnen.
Falsch.
Anmaßend.
Verständnislos.
Du merkst.
Wie sie manchmal schimpfen.
Über dich.
Leise.
Weil es nicht passt.
Und du nicht entsprichst.
Was wollen sie denn?
Denkst du dir.
Wütend.
Keiner hat dich gefragt…
Einfach überrollt…
Es kann nicht so weitergehen.
Denkst du dir.
Das ist kein Zustand.
Und an manchen Tagen.
Da siehst du so verhärmt aus.
Wie deine Bekannte.
Du kannst nicht mehr loslassen.
Du träumst von der Arbeit.
Sie belastet dich.
Und du fühlst dich übel.
Weil es nicht läuft…
Dabei hast du keinen Grund dazu.
Dich.
Hat man verschachert.
Einfach weitergegeben…
Friss Vogel!
Oder stirb!
Nein.
Sterben willst du nicht.
Hier.
Aber das Beste…
Nur weg!
Denn die Situation.
Die Arbeit.
Die ist einfach…
… zum Davonlaufen!
Nach wahren Motiven
Vivienne/Gedankensplitter