Zurechtgerückt… – Gedankensplitter

Ein wenig Sonne.
Am Nachmittag.
Und viele Wolken.
Schäfchenwolken.
Aber ich glaube nicht.
Dass es regnen wird.
Hochdruckwetter.
Heißt es im Wetterbericht.
Kalt ist es nicht.
Meine ich.
Als ich heimgehe.
Goldenes Blattwerk.
Wohin ich blicke.
Da hat sich viel getan.
In den letzten Wochen.
Mir fällt ein.
Wenn ich in der Arbeit.
Aus dem Fenster blicke.
Dann sehe ich Bäume.
Mit rotem Laub.
Prachtvoll anzusehen.
Dann gehe ich weiter.
Wieder.
Viele Erinnerungen.
Fast ständig.
Mir fallen Ereignisse ein.
Die ich fast vergessen hatte.
Obwohl.
Eigentlich.
Habe ich ein gutes Gedächtnis.
Ein sehr gutes.
Und doch.
Manches entschwindet auch mir…

Die Jahre…
Die Formen.
Sie werden zurechtgerückt.
Nach und nach.
Was bleibt.
Ist wenig Gutes.
Ich ärgere mich.
Manchmal.
Dass ich so naiv war.
So gut.
So gutgläubig…
Heute.
Da bin ich oft hart.
Abweisend.
Gebranntes Kind…
Nur noch wenige.
Haben Platz in meinem Leben.
Vor allem dann nicht.
Wenn sie.
Mit Engelszungen sprechen.
Vorsicht!
Scheint vieles zu sagen.
Vorsicht.
Pass auf…!

Heute.
Da würde ich.
Manches anders machen.
Oder vieles…
Als vor…
10 Jahren…
15 Jahren…
20 Jahren…
Aber.
Was ich heute mache.
Wird nicht immer richtig sein.
Für morgen.
Für die nächsten Jahre…
Nur weiß ich es noch nicht.
So soll es sein.
Das Leben.
Ein Hindernis-Parkour.
Wenn du eine Hürde überwindest.
Folgt die nächste.
Wer einmal Freund war.
Kann Gegner sein.
Das nächste Mal.
Keiner.
Bleibt einem für immer.
Ein treuer Freund.
Oder besser gesagt…
Kaum einer…

Ich lächle.
Ein wenig gequält.
Noch mehr Wolken.
Am blassblauen Himmel.
Und trotzdem.
Ist es gut.
Manche nie mehr zu sehen.
Nie mehr!
Sie ändern sich nie…
Sie werden mir nie gut tun!
Blick nach links und rechts.
Ich überquere die Straße.
Ein wenig müde.
Gedanken wie diese.
Sie höhlen mich aus.
Sie schmerzen.
Und doch.
Befallen sie mich.
Von Zeit zu Zeit…
Wie der Nebel das Land…

Vivienne/Gedankensplitter

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