Die Regale im Supermarkt.
Sie räumt sie voll.
Gut.
Dass sie keinen Kassadienst mehr hat.
Heute.
Denkt sie sich.
Und in einer halben Stunde.
Geht sie heim.
Die Kinder.
Sie warten schon.
Gut.
Vielleicht.
Haben sie gekocht.
Das wäre toll.
Sie seufzt.
Die Arbeit im Supermarkt.
Sie macht sie schon Jahre.
Und doch.
Es ödet sie an.
Alles.
Einfach schlimm.
An manchen Tagen.
Aber sie war froh.
Dass sie anfangen konnte.
Damals.
Kurzfristig.
Ihr Mund.
Er wird schmal…
Nein.
Es war charakterlos.
Wie er sie hängen ließ.
Mit den Kindern.
Vor bald sieben Jahren…
Wegen einer anderen.
Zu arbeiten aufhörte.
Aus purer Bosheit.
Um keinen Unterhalt.
Zahlen zu müssen…
Seine Familie.
Sie war ihm egal!
Eine Katastrophe!
Wenn sie sich erinnert.
Wird sie wütend.
Wie damals.
Und verzweifelt…
Sie fing im Supermarkt an.
Ihre Mutter.
Sie sah auf die Kinder.
Und so ging es weiter.
Irgendwie.
Wenn sie sich alte Fotos ansieht.
Dann merkt sie.
Sie hat harte Linien.
Im Gesicht bekommen.
Und die Haare.
Grau meliert.
Sie ist oft unglücklich.
Das merkt man.
Ganz deutlich…
Sie hatte es geschafft.
Die Kinder wohl geraten.
Großgezogen.
Beide in Lehrberufen.
Gute Noten.
Sie könnte zufrieden sein.
Durchaus.
Keine Schulden.
Ihre Kinder.
Sie machen ihr keine Sorgen.
Aber ihr eigenes Leben.
Es ist auf der Strecke geblieben.
Kein Freund.
Seit ihr Mann sie verlassen hat.
Keine Zeit.
Und nun.
Würde sie kein Mann.
Mehr ansehen.
Richtig.
Ihr Leben.
Vergeudet an einen Schuft.
Wie ein Sommer ohne Sonne.
Und manchmal.
Da tut ihr das weh.
Unendlich.
Nie mehr lieben.
Nie mehr geküsst werden.
Das ist das Furchtbare.
Das ihr die Freude nimmt.
Für den Rest ihres Lebens…
Vivienne/Gedankensplitter