Was ich mir für heuer wünschen soll?
Ich weiß nicht, mein Herz ist übervoll.
Nach manchem würde ich mich sehnen.
Ich würd’ mich gern an einen lehnen,
der mich ehrlich und von Herzen liebt,
mir all sein Gefühl zu Füßen legt.
Doch glaub ich an die Liebe nicht.
Zu oft hab manchen ich erwischt,
der’s mir nur vorgegaukelt hat,
weil er so manche Pläne hat’,
zu seinem Zweck mich zu miss-brauchen.
So einen kann ich nicht gebrauchen!
Doch zieh ich die fast magisch an!
Ob man das Zufall nennen kann?
Vermutlich liegt’ auch ganz an mir.
Zu wenig Selbstachtung ich spür.
Drum kommen all die Leut’ zu mir,
für die Lüge wahrhaft ein Plaisir,
und Ehrlichkeit ein fremdes Wort!
Betrug und Täuschung fast ein Sport.
Was wag’ ich da zu wünschen noch?
Gesundheit bleibt, so hoff ich doch,
aber wenn ans letzte Jahr ich denk…
Gesundheit war da kein Geschenk,
das mir das Jahr hat angeboten,
zwar hatt’ ich Glück, das ungelogen,
doch war viel los, auch bei den Lieben
und bei den Freunden, die mir blieben.
Grad so viel, dass es noch kein Unglück!
So beschreibe ich da mein Geschick!
Geld und Wohlstand blieben fern.
Das kann auch an den Nerven zehr’n
wenn man wie ich von Reisen träumt…
Als hätt’ ich früher was versäumt!
Ich sehe doch, ich kann’s nicht zwingen,
und was in diesem Jahr mir wird gelingen,
das liegt nicht so sehr in meiner Hand.
Das hab’ ich lange schon geahnt.
Und wenn manch and’rer Schlösser baut,
ich hab’ mich heuer nicht getraut.
Ich mag nicht mehr, ich hab genug.
Ich glaub auch, es ist sicher klug,
sich nicht zu viel sich zu erwarten.
Es kriegt ein jeder grad seine Karten…
Vivienne/Gedankensplitter