Wo ist meine Ruhe geblieben?
Sie ist weg.
Verloren gegangen.
Verschwunden.
Ich weiß nicht wie…
Oder doch?
Du hast sie mir genommen.
Du.
Mit wenig Worten.
Nur mit deinem Blick.
Einem kurzen Händedruck.
Fest.
Fast ein Versprechen…
Und trotzdem.
Ich weiß genau.
Dir bin ich nicht im Gedächtnis geblieben.
Dir nicht.
Eine flüchtige Begegnung.
Rein zufällig.
Aber für mich war es die Welt…
Es ist schon kurios.
Oder sollte ich nicht besser sagen:
Ich bin merkwürdig?
Verrückt?
Ewig auf der Suche nach der großen Liebe.
Verloren in einer Welt.
Kalt und grausam.
In der nur Berechnung und Lüge leben.
Zumindest für mich.
Wuchern wie Unkraut.
Und dann lief ich dir über dem Weg.
Auf dem Bahnhof.
Wir redeten nur wenige Worte.
Und ich fühlte.
Du bist es…
Oder besser gesagt.
Du könntest es sein…
Du.
Ausgerechnet du…
Und wenn ich nicht meine Kappe verloren hätte?
Wenn du sie mir nicht nachgebracht hättest?
Weil du mir nachgelaufen bist?
Einfach so.
Aus einer Laune heraus.
Und weil du die Kappe gesehen hast.
Zufällig…
Ich suche seither meine Ruhe.
Vergeblich.
Denn du hast sie mitgenommen.
Im Tausch mit meiner Kappe.
Und du hast es nicht einmal bemerkt…
Ich seufze.
Blicke in meine halbvolle Kaffeetasse.
Und frage mich, wo du wohl bist.
Dessen Namen ich nicht kenne.
Nie kennen werde.
Wie soll ich dich auch anklagen?
Namenloser Fremder?
Ich habe mich dir freiwillig ergeben.
Ganz freiwillig.
Und ich würde es wieder tun…
Vivienne/Gedankensplitter