Blühende, grüne Bäume.
Dazu Regentropfen.
Manchmal mehr und manchmal weniger.
Die Sonne blinzelt durch.
Zwischen den Wolkenhaufen am Himmel.
Und im Park ein vielstimmiges Vogelkonzert.
Ich fühle mich wie im Wald.
Mitten in der Stadt.
Viel Verkehr auf befahrenen Straßen.
Aber hier Bäume.
Wohin das Auge reicht.
Eine Rosskastanie ragt in den Himmel.
Wie ein Turm.
Stark und voller Dynamik.
Ein prachtvoller Anblick.
Daneben kleinere Bäume.
Und Sträucher.
Mit duftigen Blüten.
Zierkirschen.
Zieräpfel.
Oder Stauden mit langen Rispen.
Blüte an Blüte gereiht.
Und feinem, süßen Duft…
Es regnet wieder stärker.
Kaum jemand im Park zu sehen.
Dort vorne geht ein Paar.
Nicht mehr ganz jung.
Fröhlich und lachend…
Spazieren auf dem grünen Teppich.
Fast wie ein Meer von Gänseblümchen.
Auf dem ein paar Löwenzahnköpfe schwimmen…
Selbst Wiesenschaumkraut sprießt schon.
Scharbockskraut.
Und unter den Bäumen oft Bärlauch…
Ich lausche wieder dem Vogelkonzert.
Und meine Gedanken ziehen mit den Wolken dahin…
Ich bin hart geworden.
Sehr hart sogar.
Eine Frau hat mich verraten.
Ich habe ihr vertraut.
Sie wusste vieles von mir.
Zu viel vielleicht…
Ihr Verrat traf mich schwer.
Er erschütterte er mich.
Mitten in einer ohnehin schlimmen Krise.
Aber ich fiel nicht.
Ich schwankte.
Der Sturm beruhigte sich wieder…
Und ein Freund fing mich auf.
Dessen Freundschaft ich verloren glaubte.
Sein eigenes Leid hob mich.
Ich gewann Kraft.
Indem ich ihm zu helfen versuchte.
Und ich fand wieder ins Leben…
Der Verrat dieser Frau…
Die Wunde wird nicht leicht heilen.
Und nicht schnell.
Vielleicht nie mehr ganz gut werden.
Ich habe dieser Frau vertraut.
Und sie spielte ein übles Spiel mit mir.
Zu ihrem Vorteil…
Heute buhlt sie um mich.
Als wäre nichts gewesen!
Missverständnisse!
Verbissen kämpft sie um meine Gesellschaft.
Um Freundlichkeit und Aufmerksamkeit.
Aber ich bin kalt.
Ich lasse sie stehen.
Ich bin verletzend und unnahbar.
Mitunter ungerecht.
Sie bemüht sich.
Mit Einfallsreichtum.
Mit verrückten Ideen.
Aber ich durchschaue sie.
Sie ist mir zuwider.
Ich ertrage ihre Nähe nicht mehr.
Am liebsten wäre ich weg von ihr!
Weit weg.
Aber das geht nicht…
Also muss ich mich schützen.
Gegen ihre Falschheit.
Und wehre sie ab.
Mit aller Härte…
Sie wird mir nie mehr nahe sein.
Nie mehr!
Die Sonne bricht wieder durch die Wolken.
Der Park erstrahlt in herrlichen Farben.
Ich muss lächeln.
Ja.
Manchmal kann ich es wieder.
Lächeln.
Aber es wird nie mehr sein wie früher.
Was passiert ist, hat mich verändert.
Ich bin verletzbarer geworden.
Und härter.
Gleichzeitig.
Und ich habe erkannt.
Für Freundschaft gibt es keine Garantie.
Diese Frau hat sich zu weit vorgewagt.
Und alle meine Grenzen verletzt.
Um mich zu meinem vermeintlichen Glück zu drängen.
Sie verlor damit meine Achtung.
Andere Freunde blieben mir treu.
Bislang.
Wer weiß wie lange?
Oder bin ich einfach nur skeptisch?
Zynisch?
Verbittert?
Ich bin gestorben.
In diesem Winter.
Und wieder geboren worden.
Reicher an Narben.
Reicher an Erfahrung.
Freundschaft hört dort sich eben dort auf.
Wo der Vorteil des anderen beginnt…
Das Vogelkonzert dringt wieder an meine Ohren.
Die Sänger werden nicht müde.
Sie verlieren nicht ihren Mut.
Und nicht ihre Lebensfreude.
Auch wenn Wolken aufziehen…
Vivienne/Gedankensplitter