Nein.
Mutig blickst du mich nicht an.
Nicht mehr.
Du bist vorsichtig geworden.
Bei allem was du zu mir sagst.
Und tust.
Bemüht.
Nicht bei mir anzuecken.
Bemüht.
Mich nicht zu provozieren.
Vor einiger Zeit.
Da hast du es noch darauf angelegt.
Ganz gezielt.
Du meintest.
Du wüsstest genau.
Was in mir vorgeht.
Du hast dich verrannt.
Überschätzt.
Größenwahn.
Und Selbstherrlichkeit.
Du fürchtest mich.
Ja.
Und das mit Recht…
Hochmut kommt vor dem Fall.
Das weißt du jetzt.
Und du bist gefallen.
Einige Male.
Doch vergleichsweise sanft.
Das muss man sagen.
Viel zu gut geht es dir.
Wenn man dich so betrachtet.
Viel zu gut.
Nachdem wie du meinst.
Dass sich die Welt drehen müsste.
Quasi um dich.
Und deine Bedürfnisse.
Du würdest alles bekommen.
Und alles erreichen.
Was du wolltest!
Aber keine Sorge.
Einmal wirst du fallen.
So tief.
Dass du nicht mehr aufstehen wirst.
Alles im Leben muss bezahlt werden.
Und deine Rechnung.
Sie ist unermesslich hoch…
Ich glaubte dich zu kennen.
Einmal.
Und doch.
Ich habe mich getäuscht.
In mir.
Und was ich zu fühlen glaubte.
Aber auch in dir.
Ich bereue nichts.
Es war eine Lehrzeit.
Aber ich lebe besser.
Ohne deinen verderblichen Einfluss.
Während du meintest.
Du könntest mich formen.
Wie Wachs.
Du hast dich verrechnet.
Und nun fürchtest du mich.
Und die Furcht macht dich klein.
Obwohl du größer bist.
Als ich.
Du fürchtest mich.
Und meine Verachtung.
Aber die Einsicht kommt spät.
Sehr spät.
Du fürchtest mich.
Tu es.
Du tust es mit Recht!
Vivienne/Gedankensplitter