Stachel im Fleisch – Gedankensplitter

Ich bin der Stachel in deinem Fleisch.
Ich weiß es.
Ich tu dir weh.
Und es eitert.
Seit es mich gibt.
In deinem Leben.
Dabei.
Wollten wir uns beide nicht.
Nein.
Auf keinen Fall.
Aber es hat sich so ergeben.
Es sollte so sein.
Es musste wohl so sein.
Unausweichlich.
So haben wir uns zusammengefunden.
Aber sicher nicht gefunden.
Bestimmt nicht.
Wir ziehen an einem Strang.
Aber in verschiedene Richtungen.
Konsequent.
Und damit.
Machen wir uns das Leben schwer.
So gut es geht.
Sehr bemüht.
Je länger sie dauert.
Unsere Zwangsverbindung.
Umso mehr verletzen wir uns.
Tun wir uns weh.
Denn.
Nicht nur ich bin dein Stachel.
Du bist auch meiner…

Pervers.
Schizophren.
Was wir da treiben!
Freude an der Bosheit.
Spaß am Perfiden.
Mit Worten.
Mit Taten.
Auch wenn der Gegenschlag kommt.
Wie das Amen im Gebet.
Freude am Augenblick.
Am Triumpf.
Aber nach außen.
Sind wir ein Herz.
Und eine Seele.
Lassen nichts über uns kommen.
Umarmen uns.
Mit gezückten Messern.
Im Rücken des anderen.
Gern.
Würden wir uns loswerden.
Gegenseitig.
Wir sparen nicht mit Falschheit.
Wir sparen nicht mit Tricks.
Aber alles vergeblich.
Wir sind zusammengesperrt.
Eine Hölle auf Erden.
Aus der wir beide nicht entrinnen.
Nicht können.
Vielleicht auch nicht wollen.
Denn.
Irgendwie.
Da brauchen wir den Schmerz.
Den wir uns bereiten.
Wir zelebrieren ihn.
Fast mit Genuss.
Hass aus Passion.
Dass ich mich frage.
Bisweilen.
Können wir überhaupt?
Ohne einander?
Wer weiß!

Du bist der Stachel.
In meinem Fleisch.
So ich deiner bin.
Verbunden.
Um uns das Leben schwer zu machen.
Ganz sicher nicht ohne Sinn…

Vivienne/Gedankensplitter

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