Home Lyrik und Poesie Gedankensplitter
25.09.2005, © Vivienne
Jetzt ist genug!
Dass ich auf dich reinfallen konnte!
Auf deine Luftschlösser!
Auf deine bildhaften Worte!
Mit denen du mir deine Visionen erklärt hast.
Heute verstehe ich es nicht mehr ganz.
Du hast Überzeugungskraft!
Das gebe ich zu.
Deine Geschichten haben etwas ausgelöst in mir.
Ich sah deine Projekte lebhaft vor mir.
Als wären sie echt.
Als könnten sie real werden.
Irgendwann.
Bald.
Und doch.
Schon damals hätte mich etwas warnen müssen.
An dir.
Dass du ständig Geld gebraucht hast.
Mein Geld.
Nur am Anfang warst du großzügig.
Hast mich eingeladen.
Mich verwöhnt.
Aber das war deine Investition in mich.
Ich sollte dir ein Vielfaches zurückbringen.
So hast du dir das vorgestellt.
Für deine Pläne.
Für deine großen Ziele.
Ich sollte deine Melkkuh werden
Eine zeitlang war ich es auch.
Fraglos.
Überließ dir Sparbuch um Sparbuch.
Wertpapiere.
Schmuck.
Was ich so besaß.
Ich wollte sogar schon mein Auto verkaufen.
Und einen Kredit aufnehmen.
Nur für dich.
Weil deine Firma gerade ihre Kinderkrankheiten hatte.
Wenn du nur dein Handy nicht liegengelassen hättest!
Ich las eine SMS.
Sie war für dich bestimmt.
Und kam von deiner Geliebten.
Ein paar Sätze nur.
Sie machten mir manches klar.
Du hattest gar keine Firma.
Mit meinem Geld hast du sie verwöhnt.
Dieses anspruchsvolle Edelflittchen.
Du hast sie gekauft.
Ich durfte für sie bezahlen.
Mich traf fast der Schlag.
Meine Lebenslüge stürzte ein.
Wie ein Kartenhaus.
Gerade noch rechtzeitig.
Den Termin bei der Bank ließ ich platzen.
Dann sperrte ich mein Konto für dich.
Und meine Sparbücher.
Was noch davon da war.
Ich konnte sogar ein wenig retten.
Von meinem Geld.
Mein Auto habe ich nicht verkauft.
Aber dich habe auch aus der Wohnung geworfen.
Neue Schlösser.
Neue Schlüssel.
Der Tag war schlimm für mich.
Aber nicht halb so schlimm wie für dich
Natürlich wolltest du mir alles erklären.
Zuerst hast du alles abgestritten.
Diese Frau kenne ich nicht!
Ein SMS-Irrläufer!
Aber ich reagierte nicht.
Schließlich hast du begonnen alles zuzugeben.
Schrittweise.
Mit der Mitleidstour!
Du hattest es nie leicht im Leben!
Und immer wieder musstest du um jedes Glück kämpfen.
Diese Frau hat dich nur benutzt.
Ausgesaugt.
Und du warst ihr hörig.
Aber jetzt ist alles vorbei.
Und du liebst nur mich!
Fast hätte ich gelacht!
Nachdem ich mit dem Weinen fertig war.
Natürlich war es furchtbar für mich.
Deine Niedertracht zu erkennen.
Aber nach dem Selbstmitleid kam die Wut.
Die Wut auf mich selber.
Du hattest mich durchschaut.
Du glaubtest es leicht mit mir zu haben.
Aber dafür habe ich dich bluten lassen.
Heute bist du im Gefängnis.
Betrug in vielen Fällen.
Ich war nicht die einzige
Vivienne
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