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26.05.2005, © Vivienne
Meine erste Liebe!
Ist es nicht ewig her?
Fast wie aus einem anderen Leben!
Braune Augen und dunkles Haar.
Ein unwiderstehliches Lächeln.
Hinreißend sahst du aus.
Wie alt war ich?
Ich glaube zehn oder so.
Und lange konnte ich mein Gefühle für dich nicht pflegen.
Du kamst auf eine andere Schule.
Es brach mir fast das Herz.
Und eine Weile suchte ich.
Bei Spaziergängen.
In der Nähe des Hauses deiner Eltern.
Aber ich traf dich nie.
Nein.
Du warst weg.
Und schneller als ich ahnte, war es mir egal.
Ich war ja doch noch Kind
Mehr Kind als alles andere.
Aber die Liebe zu den dunklen Typen ist mir geblieben.
Seltsam
Lag das an dir?
Und ist mir das einfach bestimmt?
Über die Gene
?
Um ein Haar hätte ich vor zehn Jahren einmal deine Frau kennen gelernt.
Als Arbeitskollegin.
Aber sie ging ein paar Wochen bevor ich kam.
Und durch Zufall erkannte ich die Umstände.
Vielleicht war es gut so.
Vielleicht wäre ich eifersüchtig gewesen.
So ein bisschen zumindest.
Eine gewisse Scheu hätte ich wohl immer gegenüber ihr gehabt.
Aber vielleicht hätte ich etwas über dich erfahren.
Was du gemacht hast.
Ob ihr Kinder habt.
Seit unserer gemeinsamen Schulzeit habe ich dich nicht mehr gesehen.
Ich bin mir sicher, dass du gut aussiehst.
Mehr als das.
Aber ob du mich erkennen würdest?
Ohne rote Zöpfe?
Mit kurzem Haar?
Das dunkelbraun geworden ist?
Ich glaube nicht.
Nicht ein bisschen.
Du wüsstest nicht einmal mehr meinen Namen.
Du wüsstest wohl nicht einmal mehr, dass ich für dich schwärmte.
So sagte man damals dazu.
Vor dreißig Jahren.
Wer gestand einem Kind schon tiefere Gefühle zu?
Ehrlich.
Keine Ahnung wie verliebt ich wirklich war.
Die Intensität der Gefühle ist verblasst.
Wie dein Bild von damals.
Und später als Frau empfand ich nachhaltiger.
Intensiver.
In einer anderen Dimension.
Hätte das mit uns was werden können?
Schwer zu sagen.
Es sollte wohl nicht wirklich sein.
Sonst hätten wir uns wieder getroffen.
Ein Fazit des Lebens.
Die Menschen verlieren sich, die nicht Besonderes verbindet.
Es muss nicht immer Liebe sein.
Auch eine innige Form der Freundschaft.
Uns war wohl beides nicht bestimmt.
Schade.
Und doch.
Ich trage eine paar luftige Erinnerungen an dich bei mir.
Als das Leben noch unbeschwert war.
So bunt.
Und kraftvoll.
Du fehlst mir weit weniger.
Als das Erlebnis dieser Zeit.
Ein Hauch von einem Kuss für dich!
Vivienne
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