Glaub nicht…!

Du hast mich ganz schön an der Nase herumgeführt.
Und das sehr lange.
Ich ließ mich bereitwillig von dir leiten.
In die Irre.
Weil ich dich liebte.
Weil ich dich zu lieben glaubte.
Ich glaubte alles, was du mir zu sagen schienst.
Dabei wolltest du nur eines:
Mich ausnutzen…
Schmerzhaft bin ich aufgewacht aus diesem Traum.
Ein Aufwachen, das sich über Monate zog.
Und umso schlimmer wehtat.
Je mehr ich alles durchschaute.
An mir lag dir nie so viel.
Nicht besonders.
Aber du hast mich umsorgt.
Und verwöhnt.
Im Namen deines Vorteils.
Aus sonst keinem Grund…
Denn du liebst längst eine andere.

Soll ich weinen darüber?
Ich versuchte es.
Aber ich konnte nicht wirklich.
Du warst es nicht Wert.
Nicht, dass ich wirklich unglücklich war.
Und nicht, dass ich heftig an mir selber zweifelte.
Es lag nicht an mir.
Dass du mich nicht wolltest.
Es lag einfach an deiner Oberflächlichkeit…
Sieh zu jetzt!
Dass du von ihr das bekommst.
Dass ich dir zu Füßen gelegt habe.
Aber sie hat sicher andere Qualitäten.
Deine kleine Schlampe.
Nicht wahr?
Ich sollte nicht so abfällig sprechen.
Auch sie ist es nicht Wert.
Dass ich mich ärgere.
Du hast genau die Frau bekommen.
Die du verdienst.
Denn ich bin viel zu gut für dich…

Es war schwierig, die Wahrheit zu erkennen.
Und dass du nicht mehr der Mann bist.
An den ich mich verlor.
Deine Kälte.
Deine Oberflächlichkeit.
Deine Gefühllosigkeit.
Und deine Berechnung.
Ich habe einen besseren Mann verdient.
Er muss ja nicht so umwerfend sein.
Wie du dich hältst…!
Vielleicht einfach Mensch.
Und einfach ehrlich…
Was ist nur mit mir passiert?
Wie konnte ich mich so irren in dir?
Meine innere Stimme hat versagt.
Ob sie geschlafen hat?
Vielleicht bist du auch einfach nur feig.
Vielleicht ist das der Grund.
Lieber sterben als reden…
Man könnte fast lachen über dich.
Beinahe.
Wenn es nicht um mich ginge.
Um meinen Kummer.
Und um meine Gefühle.
Die du einfach übersehen hast.
Geflissentlich.
Als gingen sie dich nichts an…

Aber ich ging dich etwas an.
Schließlich hast du mich gebraucht.
Aber nicht sehnsüchtig.
Sondern nach Plan.
Was geht in einem Menschen vor, der so handelt?
Ich weiß es nicht.
Ich bin Emotion pur.
Geld ist nicht wichtig für mich.
Ich hasse Heuchelei.
Glaub nicht, dass du mich noch blendest!
Ich will dich nicht mehr.
Weh tut nur noch deine Falschheit.
Du hast mir einiges angetan.
Mich um Jahre gebracht.
Die ich glücklich hätte sein können.
Mit einem liebenden Mann…
Das wird sich rächen an dir.
Irgendwann.
Wenn dich deine Schlampe im Stich lässt…

Müßig darüber zu reden.
Du würdest alles abstreiten.
Beredt.
Und bis zum Äußersten bereit.
Bleib in deinem Lügensumpf.
Da bist du gut aufgehoben.
Glaub nicht, dass ich dich noch liebe!
Auch wenn es weh tut.
So getäuscht worden zu sein.
Du hast alles verspielt, was mir kostbar war an dir.
Bleib mir vom Leib!
Und rede mir nichts ein.
Nichts und niemanden!
Ich weiß, was ich weiß.
Im Grunde viel zu viel.
Ich will dich nicht mehr sehen.
Kann dein Gewäsch nicht mehr hören!
Vielleicht glaubst du ja selber noch.
Was du mir sagst.
Aber meinetwegen?
Spar dir die Mühe!
Du brauchst nichts mehr erfinden.
Nicht für mich.

Eines Tages werde ich den Vorteil erkennen.
Den ich deshalb habe.
Eines Tages.
Der Weg bis dahin ist noch weit.
Ich weiß es.
Aber wenigstens gehe ich ihn ohne dich.
Glaub nicht, dass ich dir nachweine!
Du warst nicht gut für mich.
Lüge ist wie ein Geschwür.
Jetzt ist es aufgebrochen.
Und ich bin mir so unsicher.
Ich weiß nicht, was ich tun soll.
Aber eine Tür ist aufgegangen.
Und ich werde durch sie durchgehen.
Ohne zurückzublicken.
Nicht zu dir.
Wir hätten Freunde sein können.
Wärst du ehrlich gewesen.
Nun verachte ich dich…

Glaub nicht, dass ich je vergesse!

Vivienne

Schreibe einen Kommentar