Jahresrückblick 2016 – In eigener Sache

Mit Hochnebel und Raureif bin ich in diesen Tag, Silvester, gestartet und lasse ein Jahr Revue passieren, das es in der Tat in sich hatte. Der Terror der IS hat uns fest im Griff, der Krieg in Syrien hält uns weiter in Atem und in den USA hat tatsächlich Donald Trump die Präsidentenkrone an sich gerissen. Ein Supergau der besonderen Sorte… Was mag 2017 bringen? Angeblich stehen die Sterne günstiger, meinen die Astrologen, aber ob wirklich etwas mehr Ruhe und Frieden einkehren werden auf der Welt werden wir wohl erst im Lauf der kommenden Monate erkennen. Es kann nur besser werden! denke ich mir und doch… die Zweifel sind noch sehr stark…

Das Jahr 2016 begann für mich mit einem Paukenschlag. Am 3. Jänner verstarb meine Mutter im 81. Lebensjahr unerwartet im Schlaf. Vermutlich ein Gehirnschlag, der Schock saß tief, und das durchaus lange. Erst nach und nach setzte sich die Erkenntnis durch, wie schön dieses „Entschlafen“ eigentlich für meine Mutter gewesen war. Kein langes Siechtum, kein Krebs und kein Pflegefall – bis zuletzt nahm sie aktiv am Leben teil und war rege und arbeitsam. Eine Cäsur, die uns alle, meine Familie und mich, prägte und veränderte. Peter war mir in dieser Zeit eine große Stütze und stand mir in den folgenden Wochen immer bei. So konnte ich diesen herben Verlust auch einigermaßen verarbeiten…

Das sollte allerdings nicht der einzige Verlust in diesem Jahr bleiben. Meine Katze Petite, der ich sogar eine eigene Rubrik in der Bohne und eine eigene Homepage gewidmet hatte, verstarb am 22. April nach einem häuslichen Unglücksfall in meinem Schlafzimmer in meinen Armen. Petite war eine neurotische und dominante Katze, die mir manchmal das Leben durchaus schwer gemacht hatte mit ihren Launen, aber ihr Tod war einfach furchtbar. Gerade auch deshalb, weil er in meinen eigenen vier Wänden passiert war, wo ich mich doch sicher und geschützt glaubte. Ich vermisste Petite sehr und Peter war auch in dieser Zeit an meiner Seite um Trost zu spenden. Und das, obwohl ihn das Jahr selber auch gesundheitlich immer wieder vor Herausforderungen stellte…

Das Leben geht weiter – das klingt so banal und birgt doch eine unumstößliche Wahrheit, die mir 2016 deutlicher bewusst wurde. Oder wie es ein Freund von mir auf den Punkt brachte: Dem Verlust einer Katze begegnet man am besten mit zwei Katzen. Das nahm ich mir zu Herzen, im Juli zogen zwei herzige Katzenbabys bei mir ein, gerade erst acht Wochen alt. Ich nenne sie Lily und Cherie… Mittlerweile sind sie nicht mehr wegzudenken aus meinem Leben, haben mich im Sturm erobert und stellen meine Wohnung regelmäßig auf den Kopf. Und ich liebe sie heiß…

Im Oktober wurde dann das erste Urenkelkind der Familie geboren, mein Großneffe Noel-Oliver erblickte das Licht der Welt. Das zweite wird bereits für Februar dieses Jahres erwartet… Damit nahm das Jahr ein tröstliches Ende und versöhnte mich mit all den Unglücksfällen vorher. Jupiter war im Herbst in mein Glückszeichen Waage gewandert und ob man nun daran glaubt oder nicht – das Jahr beruhigte sich wieder etwas. Der Kreislauf des Lebens…

Das ganze Jahr mit seinen Ereignissen habe ich teilweise auch in verschiedenen sehr persönlichen Gedanken für die Bohne verarbeitet. Auch das half mir sehr bei meiner Trauerarbeit.
Selbstverständlich waren auch unsere Autoren 2016 nicht untätig und ich möchte mich für die vielen tollen Beiträge ganz herzlich bei ihnen bedanken. Die Bohne lebt vom Ideenreichtum unserer Redakteure und zeigt sich so als Plattform für all die interessierten Lesergruppen…
Für die Bohne haben Peter und ich auch gemeinsam ein Re-Design erarbeitet, das Peter dann penibel und gekonnt umsetzte wofür ich ihm auch meinen Dank aussprechen möchte. So bleibt die Bohne immer abwechslungsreich und vielfältig und spricht verschiedenste Leserschichten an.

Das Weihnachtsfest verbrachte ich dann im Kreis der Familie meiner Schwester Sabine. Auch damit bekam das Jahr eine versöhnliche Note und ich werde den heutigen letzten Tag des Jahres ruhig ausklingen lassen. Schon alleine wegen meiner Katzen Lily und Cherie, die heuer das erste Mal das obligate Silvesterkrachen mitmachen müssen. Hoffen wir jedenfalls, dass wir einem etwas ruhigeren Jahr entgegen driften und dass wir alle uns von den Blessuren die 2016 hinterlassen hat, wieder erholen und Kraft schöpfen. Krieg, Terror, Armut und Katastrophen werden ohnedies nicht so schnell von der Welt verschwinden, da sollten wir unser Glück im Zwischenmenschlichen suchen: mit unseren Liebsten, der Familie und den wahren Freunden…

 

In diesem Sinne auf ein gutes Neues Jahr 2017

 

Für euch alle

Leser, Freunde und Redakteure

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2 Gedanken zu „Jahresrückblick 2016 – In eigener Sache“

  1. Ja, Kriege sind es, die erst den Fortschritt in unsere Köpfe pflanzen, so einst der große Theoretiker Clausewitz. Das was zunächst wie Zynismus daherkommt, lässt sich bei näherer Betrachtung undbedingt als etwas Positives darstellen, wenn auch nur, wenn es um Gewinne machen für die Hochfinanz zu gehen hat! Kriege verhindern? Wie soll das gehen, wenn davon Arbeitsplätze abhängen? Ja, doch, Kriege sind die größten Arbeitgeber auf diesem Planeten, ganz bestimmt sogar!Wollte man Kriege abschaffen, müsste man dazu nur die „Kriegsgewinnler“ (ein Unwort aus Zeiten des Kalten Krieges?) zuerst abschaffen, was wiederum nur Kriege bedeuten könnte. Denn, das Kapital von den Kapitalisten zu befreien, bedeutet… Krieg!
    So ist also Wahrheit, was wir alle uns nicht eingestehen wollen, Kriege sind die bösesten Erungenschaften, aber auch die unverzichtbarsten Kulturleistungen auf Erden!
    Das, wiederum, mag zynisch klingen, ist aber die reine Wahrheit. Dazu kommt, dass es immer nur die vermeintlichen oder tatsächlichen Unterschiede im Menschlichen Wollen sind, die uns alle immer wieder nur zu Waffen greifen lassen. Besitzstanderhaltung oder im anderen Falle, Besitzstandsmehrung sind da die Schlüsselworte. Hier, mag nun ein wenig wehtun, tuen wir es den Katzen gleich! Meine Tini, vor zweieinhalb Jahren von mir gegangen, die Erbkatze vom Vater von vor fünf Jahren, lebte genau dieses Prinzip. Der „Dicke Manni“ von nebenan, ein ganz Verschmuster mit reichlich Übergewicht, konnte zu Lebzeiten Tinis, ganze Geschichten nur mit seinen Bernstein-farbigen Augen erzählen. Dass Fini seinen letzten Angriff auf ihr eigenstes Gebiet, unsere Terrasse und Garten, auch nicht ganz unbeschadet überstanden hatte, machte zwar frühmorgendliche Besuche beim Tierarzt nötig, war aber nicht der Grund für ihr Ableben als die Wunden schon alle verheilt schienen. Tini, ich erinnere mich sehr gut an den Tag, als ich sie mit meinen Eltern aus dem Tierheim holte, wurde achtzehn, teils friedliche und verspielte, teils kriegerische, Jahre alt. Wie ich meine, sehr erfolgreiche für einen Stubentiger! Für 2017,was soll ich mir wünschen? Frieden auf Erden und dem Menschen ein…? Sosehr es zu wünschen wäre, doch so funktioniert diese Welt noch lange nicht. Wenn es in 2017 nur gelingen könnte, einen dieser scheinbar so überflüssigen Waffengänge zu verhindern, wäre schon unendlich viel erreicht! Doch, träumen sei erlaubt, nur, es führt zu nichts!

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    • Du hast so Recht, Toni.
      Solange man am Krieg verdient wird es ihn auch geben. Gibt es gar keine plausiblen Gründe für Frieden zu sorgen.

      Solange man träumt und hofft, lebt man.
      In diesem Sinne mögen uns das Träumen bleiben!

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