Was wäre ich?
Hätte ich dich nie getroffen?
Hätte ich dich nie bemerkt?
Unter all den Leuten?
Ein Blick.
Ein fester Händedruck.
Und deine Augen.
Ich schrak fast zurück.
Nicht vor dir.
Sondern vor den Gefühlen.
Gefühle, die über mich kamen.
So unerwartet.
So unerhofft…
Und so heftig…
Was wäre ich?
Wäre ich weiter gegangen.
An jenem Tag.
Wäre ich nicht abgebogen in eine andere Straße.
Einfach spontan.
Ohne zu denken.
Eingetaucht in die Menschenmassen.
Die ich doch sonst scheue.
Und plötzlich bist du vor mir gestanden.
Und hast mich angesehen.
Ich starrte zurück.
Verwirrt.
Fast wie ein kleines Kind.
Das staunend an ein Wunder glaubt…
Aber du warst kein Wunder.
Oder vielmehr echt und real.
So echt wie deine Hände.
Die meinen Arm umfassten.
Ein paar Worte von dir.
Ich verstand nichts.
Ich hörte nur meinen Pulsschlag.
Der in den Ohren dröhnte.
Und ich hatte nur Augen für dich…
Was wäre ich?
Ich hätte dich nie getroffen.
Ich hätte dich nie gesehen.
Hätten sich unsere Wege trotzdem gekreuzt?
Irgendwann einmal?
Schicksalhaft?
Als hätte jemand Regie geführt?
Als sollte es einfach sein?
Ich weiß es nicht.
Ich möchte es nicht wissen.
Wenn wir uns in den Armen liegen.
Wenn die Leidenschaft ein wildes Feuer in uns entfacht.
Oder wenn wir Nächte durchphilosophieren.
Über Gott und die Welt.
Über uns.
Und über die Liebe.
Die es tatsächlich gibt…
Vivienne/Gedankensplitter