WhatsApp – Blickwinkel

Dem Instant Messaging Dienst wird eine beinahe beispiellose Erfolgsgeschichte nachgesagt. Diesen Umstand möchte ich WhatsApp, welches 2009 gegründet und im Jahr 2014 von Facebook (nunmehr Meta Platforms) übernommen wurde, keineswegs in Abrede stellen. Ebenso wenig will ich den Dienst im Rahmen der heutigen Zeilen bewerten oder diskreditieren, sondern vielmehr meine persönlichen Gedanken niederschreiben. Die technischen Aspekte rund um Datenschutz und Privatsphäre würden den Rahmen, welchen ich mir selbst gesteckt habe, deutlich überschreiten.

Unter svg heise.de bin ich auf einige Statistiken aus dem Jahr 2022 gestoßen. Dort ist auf Basis einer Befragung von rund 2000 Menschen herauszulesen, dass in Deutschland

  • etwa 88 Prozent einen Online Kommunikationsdienst regelmäßig nutzen,
  • der Anteil von WhatsApp bei 93 Prozent liegt
  • und fast alle Generationen vertreten sind. Ein ergänzendes Detail zeigt, dass Menschen ab 75 Jahren nur mehr zu 53 Prozent auf Messenger setzen, während die Altersgruppe zwischen 16 und 24 Jahren zu 99 Prozent darauf zurückgreift.

Ich möchte einräumen, dass ich mich den Social Media Trends nicht gänzlich verschließe, mein Zugang aber von weit verbreiteten Gepflogenheiten doch mehr oder weniger stark abweicht. Und dazu gehört unter anderem auch, dass ich mich gegen den Einsatz von WhatsApp entschieden habe. Es ist mir wichtig zu erwähnen, dass meine heutige Schilderung keinesfalls als Rechtfertigung für die Nichtnutzung aufgefasst werden sollte.

Tatsächlich kenne ich aber im Bekanntenkreis kaum jemanden, der WhatsApp nicht installiert hat. In der Kommunikation ist dieser Dienst mittlerweile für viele Menschen ein Werkzeug, welches als Selbstverständlichkeit gesehen wird und einfach dazu gehört. Das eine oder andere mal wurde ich im Laufe der Zeit schon gefragt warum ich denn kein WhatsApp hätte. Zumeist habe ich darauf ausweichend reagiert, da ich befürchtete, dass meine Worte kaum ein schlüssiges Bild vermitteln würden. Es ist mir ein spontanes, aber auch persönliches Anliegen zu versuchen dem Blog und damit euch nun manches anzuvertrauen.

Es liegt einfach in meiner Persönlichkeitsstruktur begründet, dass ich nicht ganz so selten darüber nachdenke wie die Menschen mein – vielleicht mitunter auch seltsam empfundenes – Verhalten intepretieren könnten.

Technik und Datenschutz

Da ich seit zwei Jahren auf Signal, nicht aber auf WhatsApp zu finden bin, könnte der Eindruck entstehen, dass ich dem Meta Konzern skeptisch gegenüberstehe. Derartige Aspekte wurden bereits in zahlreichen Reportagen und Diskussionen thematisiert, doch will ich diese – wie eingangs erwähnt – nicht wirklich in meine Zeilen einfließen lassen. Der Datenschutz ist mir zwar keinesfalls egal, doch liegt darin auch nicht der primäre Hintergrund für meinen Verzicht auf diesen Instant Messenger.

WhatsApp ist praktisch, einfach nutzbar und obendrauf noch kostenlos. Die Erfolgsgeschichte – in Verbindung mit jener des Smartphone – kommt also nicht ganz von Ungefähr. Ich gestehe sogar ein, dass ich WhatsApp aus einer technischen Neugierde heraus anfangs kurzzeitig installiert und die Funktionalität als halbwegs ansprechend empfunden hatte. Als der große Aufstieg begann war es für mich aber schon längst wieder vorbei …

Ein Leben ohne WhatsApp

Bestreiten will ich gar nicht, dass mir wahrscheinlich so manches verborgen bleibt was in Messenger Gruppen kommuniziert wird. Ich kann aber darauf vertrauen persönliche Nachrichten meist auch auf althergebrachten Wegen – wie etwa dem E-Mail – zu erhalten. Das mag heutzutage für manche zwar umständlich erscheinen, doch ist es das wirklich? Und dass ich auf den Link zum YouTube Song, die lokalen Nachrichten und vieles andere verzichten darf ist wohl in Wahrheit einer der Hauptgründe, warum es mich unter WhatsApp nicht gibt.

Das Smartphone ist für viele Menschen zu einem ständigen Begleiter geworden, da will ich mich nicht ausnehmen. Es irritiert mich aber, wenn ich beobachten muß dass sich bei einem Smartphone allzu häufig eine Nachricht akustisch bemerkbar macht. Es hängt hier zweifellos viel davon ab, wie man damit umgeht. Ich muß eingestehen, dass ich auch banale Kurznachrichten sofort ansehen und mitunter sogar als Auftrag zur raschen Reaktion empfinden würde. Dieser Umstand kann Stress verursachen, der nicht notwendig und vom Absender in der Regel wohl auch nicht beabsichtigt wäre. An dieser Disharmonie zwischen vermeintlich modernen Kommunikationsformen und meinen Herangehensweisen dürfte ich nicht ganz unschuldig sein – kann und will aber auch nicht viel daran ändern …

Konklusio

Aus einer Selbstreflexion heraus glaube ich sagen zu können, dass in erster Linie die für mich oftmals als zu oberflächlich und inflationär empfundenen Botschaften meinen Verzicht auf WhatsApp begründen. Manche würden zu diesem Punkt entgegnen, dass sich vieles über die Einstellungen – unter anderem das Blockieren von Kontakten – gut regeln ließe. Das mag zwar sein, doch will ich mich gerade damit nicht auseinandersetzen.

Ich hatte mir schon längere Zeit vorgenommen diese Aspekte im Blog niederzuschreiben und bin froh, dass ich mich heute dazu aufraffen konnte. Abschließend sei erwähnt, dass ich keinesfalls eine pauschale Kritik an der Nutzergemeinde zum Ausdruck bringen sondern vielmehr meine persönliche Gedankenwelt beleuchten wollte.

Pedro

1 Gedanke zu „WhatsApp – Blickwinkel“

  1. Peter, in der dir eigenen, sachlich und stilistisch perfekt ausgeführten Erläuterung hast du deinen Zugang sehr eindringlich geschildert. Ich kann gut nachvollziehen, wie es dir dabei geht und denke, du hast für dich die beste Lösung gefunden!
    Danke auch für die Einsicht in deine Gedankenwelt…

    LG Silvia

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