Zum Beispiel Afghanistan, Teil 2

36 Nationen kämpfen um den Anstand.
Um den Anstand eines ziemlich kaputten Landes.
Wenn man Armee und Polizei dieses Landes dazu rechnet, sind es sogar 37 Nationen.
Stellte man dem sich nun beinahe überall präsentierenden Gegner einen Pass aus und würde ihm eine Legitimation zubilligen, könnte man die Anzahl der Nationen sogar auf 38 erhöhen.

Afghanistan!

Worum geht es hier eigentlich? Darum, einem im Mittelalter gefangenen Volk, das aus unzähligen, beinahe schon immer untereinander zerstrittenen Volksgruppen besteht und im eigentlichen Sinne gar keine einheitliche Geschichte hat, eine gemeinsame Identität und Zukunft zu verschaffen?
Oder geht es im, vom Magazin mit dem Stern „Absurdistan“ genannten Land, wirklich um die Freiheit des Einzelnen, wie sich die Politiker der „36 Bemühten“ immer beeilen zu versichern, auch wenn gar nicht gefragt wird?

Man braucht gar nicht so weit gehen, wie zahlreiche Kritiker dieses „Feldzuges nach Kabul“, die eigentlich Kritiker der verfehlten Politik George W. Buschs sein müssen und dem Westen und seinen Vasallen aus dem Orient böseste Absichten unterstellen, um festzustellen, dass dieser Befriedungsversuch gründlichst in die Hose gegangen ist.

Die Vereinten Nationen wurden einst gegründet, um Nationalstaatliche Konflikte in Zukunft unmöglich zu machen, zumindest ihre Auswirkungen so gering, als nur möglich sein zu lassen.
Im Gefolge der Gründung, hatten sich die Völker dieses Planeten einer Verpflichtung unterworfen. Und diese sah vor, dem unausweichlich scheinenden Waffengang, eine strenge Verhandlungsführung vorausgehen zu lassen.

Hier sollten also zunächst alle Fakten und Missstimmungen auf den Tisch und dann logischerweise in die Waagschale geworfen werden.
Wenn alle Konfliktlösungsversuche nicht fruchteten, sollte das Plazet eines so genannten Sicherheitsrates das weitere Vorgehen der Betroffenen regeln, notfalls sogar den Einsatz von Waffen erlauben.
Die Militärische, sollte der Diplomatischen Lösung unbedingt den Vortritt lassen.

Es war der von allen Westlern so gelobte Ex-Präsident Bill Clinton, der dem Schurken Bin Laden als erster den Garaus machen wollte, sah er in ihm doch den großen Weltverschwörer, der die Machtverhältnisse auf dem Planeten gehörig umkrempeln wollte und der, zum Erreichen seiner Weltmachfantasien, sprichwörtlich über Leichen zu gehen schien.

Konnte man bei den Angriffen auf US-Botschaften sicherlich der Meinung sein, den bärtigen Gesellen noch mit der „smoking gun“, seiner frisch geputzten AK 47, hämisch lachen zu hören, muss man sich nun nur noch wundern, dass dieser blutarme Derwisch, scheinbar gar keine Rolle mehr im weltweiten Krieg gegen den Terror zu spielen scheint.

Taliban sind es, die nun wohl die Zügel ihrer Streitrösser fest im Griff haben.
War es im kalten Krieg, der trotz UN und Sicherheitsrat schon immer ein verdammt heißer war, ein Terrorist von Präsident Ronalds Reagans Gnaden, sind es jetzt ehemalige Koranschüler, die einst von der CIA als Kämpfer angeheuert und fortgebildet, nun ihr Wissen und ihre Kampferfahrungen im Krieg mit Washingtons Angstgegner Russland, vormals die Sowjetunion, an zahllose Freiwillige weitergeben.
Sogar auch an frustrierte Bürgersöhnchen aus dem eher beschaulichen, wieder vereinigten Deutschland.

Bin Laden betrieb auf dem Gebiet dieses absurden Landstriches, eine Reihe von höchst effektiven Weiterbildungscamps für Massenmörder, unter der schützenden Hand eines plattfüßigen Mullahs mit Namen Omar, so der Vorwurf des von den Ereignissen des „elften Septembers“ geschockten Amipräsidenten, Georg W. Busch.
Die Beteuerungen des hierdurch ebenfalls geschockten Mullahs Omar, gingen dem Präsidenten doch glatt am Arsc… vorbei.

Beweise für die Verstrickungen des Afghanischen Volkes in die mehrheitlich von Saudis durchgeführten Anschläge von New York und Washington, wurden von Busch niemals vorgelegt.

Trotzdem vermochte es der von allen belachte, scheinbar doch so tumbe Präsident des mächtigsten Landes der Erde, Amerika, eine Reihe von Staatsmännern, darunter unser Kanzleramtsstürmer Gerhard Schröder, um sich zu scharen.
Wie schon gesagt 36 Staatschefs.

Heute nun sieht es so aus, als dass sich alle geirrt haben.
Die Afghanen wollen unsere Wohlfahrt nicht. Jedenfalls scheint es so zu sein, wenn man die Ereignisse der letzten Tage betrachtet.

Da wurden Wahlurnen zwischen den immer opulenteren Mohnfeldern hin und her geschoben und der Welt die Anwesenheit von 260 Wahlbeobachtern als Gewissheit verklickert, dass es nun endlich freie Wahlen gäbe, in einem Land, in dem sich Frauen beinahe gar nicht in der Öffentlichkeit zeigen und wenn, dann nur in Zeltähnlichem!
Ein Land, in dem es der Frau niemals möglich ist, ihre Zukunft in irgendeiner Art und Weise selbst zu bestimmen, in dem es etwa 85 % der Erwachsenen nie möglich war, schreiben und lesen zu lernen, darf die politischen Führer wählen.
Mag in Kabul sogar zu einem gewissen Teil möglich sein, im Lande jedoch nimmer mehr.
Hier war es schon immer so, dass eine strenge Hierarchie im Dorf, die Geschicke der Stammesbrüder regelte.
Frauen wurden niemals zu irgendetwas Wichtigem gefragt.

Afghanistan liefert mehr als 90% des Weltopiums und das nicht etwa für medizinische Zwecke.
Da gilt der Bruder, des von nun Obamas Gnaden, Präsidenten Hamid Karsai, als mächtigster Drogenbaron und die Rücksichtnahme des Westens auf die Familie Karsai, gilt schon als im höchsten Maße blauäugig.

Angesichts der Tatsache, dass der Staatshaushalt Afghanistans zu 95 % vom Westen bezahlt wird, fragt man sich erschüttert, wo eigentlich die Milliarden an US-Dollars landen, die mit Opiumhandel und Heroinproduktion im Lande verdient werden.
Angesichts der, mit dem Mut der Verzweifelten vorgetragenen Sonntagsreden auch Frau Merkels, kann man sich nur an den Kopf fassen und schier verzweifeln.
Doch auch Frau Merkel wiederholt beinahe nur gebetsmühlenartig, dass sie stolz darauf sei, an der Demokratisierung Afghanistans mitgeholfen zu haben.
Fragt sich nur, woran sie die Demokratisierung festmacht.
Daran, dass der Wahlsieger wiederum Karsai heißt und alle Welt und vor allem die 260 Wahlbeobachter, ganz offen von Wahlbetrug sprechen?
Nicht zu vergessen, die UN finanzierten diese Wahl mit 223 Millionen US-Dollar! 3.000 Esel wurden angemietet, damit die Wahlurnen auch in die entferntesten Dörfer gekarrt werden konnten.

Nun auf einmal wird ein Deutscher Oberst für etwas verantwortlich gemacht, dass in einem Krieg beinahe zwangsläufig geschehen muss. Es hat unter der Zivilbevölkerung des Schurkenstaates Afghanistan, Tote gegeben.
Aus Angst vor einem Überfall auf Deutsche Landser, verzeihung, Deutsche Aufbauhelfer, hat dieser die US-AirForce gebeten, zwei gestohlene Tanklastzüge zu bombardieren. Was diese dann auch prompt erledigte.
Des Talinanismus Verdächtigte, die ihre Kerosinöfchen kostenlos auffüllen wollten, der guten Gelegenheit wegen, wurden dabei bei lebendigem Leib geröstet.
Und ein Minister stellt sich hin und erklärt, dass es eine Schande für die Deutschen Soldaten in Afghanistan sei, hier von einem Krieg zu reden!

Schon vergessen, Herr Jung, vor dem Krieg kommt das Verhandeln? Nach den fruchtlosen Verhandlungen gibt es nun mal Krieg! Nach der unauslöschlichen Ordnung der UN und der in ihr zusammen geschlossenen Nationen, hat das nun mal so zu sein!

Ach ja, wie wählt ein Volk, das mehrheitlich aus Analphabeten besteht?
Man gibt den Kandidaten per Losentscheid einen Avatar!
Einen Esel, ein Beil, ein Kamel, einen Fleischwolf oder sonstige, für den Afghanen wichtige Utensilien.
Dass ausgerechnet Präsident Karsai eine Waage, das Zeichen für Gerechtigkeit in Afghanistan, erhielt, war reiner Zufall!
Oder Allahs Wille.

Doch gerade der hat sich bisher noch nicht, zum allseits begründeten Wahlbetrugsverdacht, der wohl auch dann noch weiterhin Regierenden, geäußert.

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