Zum Beispiel S., Türkin, Sarrazin und doch kein gutes Ende? – Toni’s O-Ton

Thilo Sarrazin, ein Brunnenvergifter oder Brandl-Zündler?
Weder noch, sagt die eine, bei etwa 50% der Deutschen Bevölkerung verortete Masse, von im privaten Bereich Befragten.
Thilo Sarrazin also möglicherweise beliebter in Deutschland, als die veröffentliche Meinung in den Medien so denken lässt?

Die nur so rein informativ im Heimischen erfolgte Umfrage lässt beinahe darauf schließen, wenn auch ein solches Ergebnis nicht etwa in irgendeiner Weise auch auf die Gesamtbevölkerung Deutschlands hochzurechnen ist.

Nun gut, wir müssen uns wohl oder übel mit einigen Thesen Sarrazins befassen, wenn hieraus nur genügend Aufschluss auf die Befindlichkeiten der Hälfte der Bevölkerung zu gewinnen ist.
Ich denke zunächst einmal, dass sich der Autor des umstrittenen Werkes, seine schon zuvor als Berliner Senator erworbene Unbeliebtheit ganz einfach zunutze machte. Nur um sein schon vorsorglich in Höchstauflage gedrucktes Buch an die Männer und Frauen zu bringen? Um die, geschätzt 10% vom Ladenpreis, für seinen nicht eben unluxuriösen weiteren Lebensstil zu reklamieren?

Nur, warum dann soviel Zustimmung aus den Reihen der doch scheinbar gar nicht davon Profitierenden?

Ich vermute mal, glauben tue ich an etwas ganz anderes, der Sarrazin will uns Deutschen mal etwas ganz Grundsätzliches verklickern. Sozusagen eine geografische Standortbestimmung für den immer von den Regierenden, so genannten Pöbel.

Wir hier, sind die da oben und ihr da unten, seid eh der Abschaum!
Er spaltet! Er spaltet diese Gesellschaft. Nicht etwa nur in die „Rechtmäßigen Deutschen“ und die Anderen, wie vor 1945 im Deutschen Reich und zwischendurch mal der Demokratie a`la Weimar!

Also etwas ganz anderes, als nur tumber Nazi-Onalismus, basierend auf der Göbbelsschen Rassenverunglimpfung.
Und schon hier unterscheidet sich Sarrazin ganz gewaltig von den Propagandisten, z.B. des „Stürmers“!
Die Nazis hielten die Rasse, natürlich die eigene, hoch und machten hieran die Wertigkeiten nach ihrem kruden Menschenbild fest!

Rassen sind eben nicht aus „einem Wuchs“, meint dagegen der Sarrazin. Hier kommt es ganz genau darauf an, was einem Papa und Mama so mit in die Wiege gelegt hatten. Welche Gene sie beide bereit waren, an ihre Nachkommenschaft weiter zu reichen.
Papa doof, Mama doof, Kinder balla balla! Oder das ganze Gegenteil davon. Warum fällt mir da auf einmal das Klon-Schaf „Dolly“ ein?
Ein wenig bessere Zuchtauswahl könnte da schon sein, Herr Sarrazin? Nur mal, um Ihre Thesen ein wenig auf Praktikabilität zu checken?
„Nein, nein!“ würde der Thilo brüllen, „so war es ja wohl nicht gemeint, ich wollte nur die klar zutage tretenden Mechanismen herausstellen.“

Womit der Sarrazin doch absolut Recht haben dürfte! Doch durfte der Sarrazin überhaupt solches in seinem Buch öffentlich machen? Durfte er eigentlich die immensen Unterschiede die in einer so heterogenen Masse, wie den Deutschen schlummern, so unbedingt herausarbeiten?

Nicht dass mich hier jemand schilt, ich höbe das Deutsche Volk auf den Schild der Unverwüstlichkeit und der Unberührbarkeit und ließe die anderen ganz außen vor.
Deutsch sein heißt für mich, sich hier in diesem Lande ganz beruhigt zuhause fühlen zu können.
Ganz gleich, ob man sich auf Deutsche Wurzeln beruft, oder, wie im Falle meiner guten Freundin S., hier eigentlich nur wohnt, weil einst der Vater den einsamen Entschluss fasste, Frau und Kinder in der Türkei zurück zu lassen, um für diese dann hier durch seiner Hände Arbeit, so etwas, wie eine friedliche Zukunft aufzubauen.
S. war damals gerade mal ganze fünf Jahre alt.

Die Mutter S`s. folgte dann ein Jahr später ihrem Mann, gegen seinen klar erklärten Willen, ohne seine Adresse wirklich zu kennen, ihrem Mann nach und so kamen auch S. und ihre Geschwister in unser Land.
In unsere Land, das nun eigentlich auch S`s. Land geworden sein müsste.
Erschwerend für die Mutter war, dass sie absolut kein Deutsch sprach, also auch kein einziges Wort verstand und sie darüber hinaus auch noch völlige Analphabetin war.

S. wurde hier eingeschult, brachte ihre Haupt-Schule zu einem guten Ende und wurde bald zur sehr gelobten Apotheken-Fachkraft.
Ihr vormaliger Wunsch, zu einem Gymnasium wechseln zu dürfen, wurde zwar von der Mutter immer sehr befürwortet, dann doch aus Mangel an Unterstützung durch die Schule, dann doch nicht weiter von allen Beteiligten betrieben.
Mädchen, dazu auch noch Türkischen, wurde wohl schon immer nicht allzu viel Talent für eine weiterreichende Qualifikation zugesprochen.

S. klagt nicht an.
Doch sie leidet auch heute noch still unter dieser brutalen Zurückweisung. Als eine solche muss sie die damit zusammenhängende Vernachlässigung ihrer zweifellos vorhandenen guten Ansätze heute sehen.
Die Vernachlässigung ihrer Seele durch Umstände, die wohl eher nur ihrer Abstammung, als etwa einer möglicherweise auch noch fehlenden Intelligenz geschuldet war.
Solchen mit Migrations-Hintergrund konnte es wohl auch gar nicht anders ergehen.

Ich brauche wohl nicht extra zu betonen, dass S. obwohl Frau und Muslima, übrigens ganz ohne ihre schönen, pechschwarzen Haare unter einem Kopftuch verstecken zu wollen, dazu sogar noch Gast in der zweiten Generation, eine völlig taffe Person ist.
Eine unheimlich mutige Erscheinung, die es immer genauso meint wie sie es sagt und darüber hinaus, eine wirklich mehr als liebenswerte Erscheinung.
(Hier nun kommt von ihr die Einschränkung, nachdem ich ihr diesen Text vorlegte, dass sie es zumindest immer wieder versuche)

Die mich auch mehr als einmal mit ihrer Art überraschte.
Zuletzt, als sie in meiner Gegenwart einige übermütige Bengel mit Arabischen-Migrations-Hintergründen, selbstbewusst in die Schranken wies.
Ich muss schon sagen, mir blieb dabei einfach die Spucke weg.

Und dass sie auch noch die, laut Sarrazin für unser Land unbedingt nötige Intelligenz mitbringt, kann mir beruhigt jeder glauben.

Doch, S. ist trotzdem nicht glücklich!
Nicht glücklich in unserem schönen Deutschland. Sie, die ihr eigentliches Heimatland, die Türkei, immer nur so wie ein durchschnittlicher Deutscher Urlauber besuchte. Sich früher sehr oft darüber wundernd, dass ihre in der Heimat lebenden Cousinen und Cousins, abends meistens länger von zuhause weg bleiben durften, als es ihr dann von den Eltern regelmäßig zugestanden wurde, merkte schon sehr bald, dass sich zwischen ihr und der Türkei, scheinbar ganz allmählich eine tiefe Kluft aufgetan hatte.
Etwas stand beständig zwischen ihr und dem Land am Bosporus.
Nur der Unterschied von zwei Kulturen?

Was das war, konnte sie lange nicht ergründen. Möglicherweise, so nun meine ganz eigene Überzeugung, wollte sie es auch gar nicht mal so sehr.

Was hindert einen Sarrazin daran, an ein wirklich gutes Miteinander zwischen Deutschen und den von ihnen ins Land Geholten zu glauben?
Was hindert eine längst auf Deutsch träumende Türkin daran, sich bei uns als völlig integriert zu fühlen, um hierdurch so etwas wie eine feste Heimatliche Verbundenheit zu spüren?

S. ist nicht mehr verheiratet. Sie wurde aber nicht etwa, wie es uns unsere Gelehrsamkeit und unser unbedingter Wissensvorsprung in Sachen Islam immer vorgaukelt, gegen ihren Willen, mit irgendeinem ihrer zahlreichen Cousins verheiratet. So jedenfalls ihre Versicherung mir gegenüber, an deren Wahrhaftigkeit, ich keinerlei Anlass habe zu zweifeln.

Ein Sarrazin stellt nicht nur fest! Ein Sarrazin begründet sogar auch noch im selben Moment! Er begründet die mangelhafte Integrationsfähigkeit weiter Teile der Zuwanderer, mit einem bei diesen sehr offensichtlich zutage tretenden Mangel an Intelligenz.
Irgendwelche Thesen, die möglicherweise noch gar nicht richtig auf Nachhaltigkeit und Glaubwürdigkeit geprüft wurden, sollen nun dafür herhalten, dass die Zuwanderer selber für ihre verpassten Chancen verantwortlich zu machen sind.

Es war und es ist noch immer etwas faul im Staate! Deutschland hat versagt. Auf der ganzen Linie!
Und nicht wenige der Zuwanderer haben versagt! Und zwar genauso auf der ganzen Linie! Daran kann es einfach keinen Zweifel geben.

Nur, das Dilemma, in dem sich solche Menschen mit Migrations-Hintergrund, (welch falsches Wort) wie S. nun mal befinden, zwangsläufig befinden müssen, ist allgegenwärtig.
S. wurde von Anfang an der Status eines ganz normalen Deutschen Mädchens, jetzt einer jungen Deutschen Frau immer noch, einfach versagt.
Und daran haben in ganz gehöriger Weise auch solche, wie Sarrazin die Schuld.

Solche wie Sarrazin, der es als Parteigenosse, in seinem Falle der Volks-Partei SPD, sehr schnell in Amt und Würden schaffte, hätten nur erstmal die Zeichen der Zeit erkennen müssen. Er und seine Mitpolitisierer hätten schon damals die Weichen richtig stellen müssen.

Es wäre schon sehr bald nach dem Eintreffen der ersten Gastarbeiter-Wellen an der Zeit gewesen, hier die Weichen in Richtung Integration zu stellen. Wenn es Migranten gibt die ihre Lieben nachholen, dann kann es sich nicht mehr bloß um eine zeitweilige Verstärkung unseres gesunden Volkskörpers gehen.

Wenn ich nun ganz plötzlich Ansätze zeige, in die sprachliche Verwirrung aus dem „Tausendjährigen Reich“ zu fallen, möge mir der Leser das nachsehen.
Doch im Gefolge der Frechheiten eines Thilo Sarrazins, dürfte Solches schon mal als Selbstschutz und Gefahrenabwehr durchgehen.

Solche wie Sarrazin machen es sich immer einfach zu leicht! Der Menschliche Genpool ist möglicherweise gar nicht so differenziert zu sehen, wie es die Rassen-Theoretiker gerne hätten.

Eine S., die mir oft genug von ihrer Treue zur Türkei erzählte und auch dass es ihr Kopfschmerzen mache, dass der geliebte Sohn ein Deutsches Mädchen liebe, würde nur allzu gerne endlich als vollwertiges Mitglied unseres Volkes gelten.
Ich muss sagen, ich war überrascht, zu hören, dass des Sohnes Wahl für ein Deutsches Mädchen zu schwärmen, ihr Kopfschmerz bereiten sollte.
Doch ihre Erklärung auf mein fragendes Gesicht, musste ich dann doch noch akzeptieren.
Sie befürchtet einfach, dass der Sohn als Türke in der Familie nicht so sehr herzlich aufgenommen würde, wie sie es ihm als liebende Mutter einfach gerne gegönnt hätte.
Sie gibt auch, wie sie mir nun noch mal versichert, Mischehen zwischen Moslems und Christen sowieso absolut keine Chance.
Nun gut, möglicherweise hat sie da ja sogar Recht damit, obwohl mir da schon der Glaube fehlt, das zu akzeptieren.

Hier spielt Integration also auf einmal eine viel größere Rolle, als es so in der Öffentlichkeit von den Meisten wahr genommen ist. Und wirkliche Integration dürfte da in der Zukunft auch noch eine immens wichtige Rolle spielen.
Hier muss auch noch sehr viel an Aufklärung-Arbeit her. Auf beiden Seiten!

Also, im Endeffekt kommt es nur auf uns an. Sarrazin, Brunnenvergifter oder nicht, hat etwas Wichtiges angestoßen in der Nation. Er hat auf einen ganz großen Missstand aufmerksam gemacht.
Die ganze Diskussion hat darum etwas Erfrischendes. Endlich kommt einer, der unseren Blick auf das Wesentliche lenkt. Der den Focus schärft. Wenn auch seine Wortwahl nicht immer den ungeteilten Beifall finden darf.
Hier muss von einem, der Deutsche Geschichte kennt, schon mit mehr Fingerspitzengefühl formulierte werden. Und „nur Gelesenes“ sollte von einem solchen „Intelligenzbolzen“, als den sich der gute Thilo wohl selber gerne sähe, völlig außen vor gelassen werden.
Hier hätte diesem Werk wohl ein weiteres Jahr an Recherche gut getan.

Nur, wenn es uns weiterhin am Willen mangelt, unseren Gästen die Hand zu geben, ihnen Brot und Salz zu reichen und sie dazu nötigen, zwischen uns Platz zu nehmen, dann ist uns als Volk wirklich nicht mehr zu helfen.
Dann ist es sogar ganz gut, dass sich Deutschland selber abschafft.

Wenn ich etwas gelernt habe in meiner Zeit als Gastarbeiter in den Emiraten am Persischen Golf, dann, dass nur der sich als Gast benehmen kann, der auch das Gefühl hat, unbedingt willkommen zu sein.

Die Sarrazins dieser Welt könnten mit ein wenig guten Willen schon eine ganze Menge dafür tun. Und wenn es auch nur dicke Bücher sind, die sie dafür schreiben.
Auf die Fortsetzung könnte man ja dann unbedingt gespannt sein. Möglicherweise wäre ja der Titel: „Deutschland schafft sich doch nicht ab, dank seiner Gäste“!

(A.S.) 14. September 2010 chefschlumpf

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2 Gedanken zu „Zum Beispiel S., Türkin, Sarrazin und doch kein gutes Ende? – Toni’s O-Ton“

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