Aus-gelebt
Mir ist kalt.
Ich friere.
Kälte ist alles, was ich fühle.
Sie sitzt in meinem Innersten.
Fließt in meinen Blutgefäßen weiter.
Breitet sich aus in mir.
Alles ist kalt.
Ich spüre nichts anderes mehr.
Ich bin starr.
Ich kann mich nicht bewegen.
Fast nicht.
Auch unter der Decke wird mir nicht warm.
Nichts, das Wärme gibt.
Keine Sonne.
Keine Flamme.
Lebe ich noch?
Ich reibe meine Hände aneinander.
Versuche es.
Aber bald keuche ich.
Doch keine Wärme.
Nichts da, an dem ich mich wärmen kann.
Nichts und niemand.
Ich bin allein.
So allein
Die Augen fallen mir zu.
Alles schwarz um mich.
Und kalt.
Eisig.
Ich spüre meine Arme nicht mehr.
Ich spüre meine Beine nicht mehr.
Nur alles Kälte.
Gleichmäßig kalt.
Als läge ich im Schnee.
Unter einer Decke von Flocken.
Mit jeder Minute wird diese Decke dichter.
Schließt mich ein.
Wie in einen Sarg.
Bald sieht man keine Konturen mehr von mir.
Ich bewege den Kopf.
Aber die Decke bewegt sich nicht.
Ich bin gefangen im Dunkeln.
Ich bin gefangen im Schnee.
Kein Laut dringt zu mir.
Wie in einem Kokon
Wie lange ich da schon liege?
Ich weiß es nicht.
Ich fühle keine Zeit.
Nur Kälte.
Nur Dunkelheit.
Und ich bin müde.
So müde.
Da ist nur Kälte und ich.
Und die Schneedecke ist undurchdringlich.
Kein Licht.
Keine Luft.
Nur dichte Flocken.
Lebe ich noch?
Ich weiß es nicht.
Bleiern sind meine Gedanken
Eng.
Und winkelig.
Oft vergesse ich, was ich gerade noch dachte.
Alles ist weit weg.
Kein anderer Mensch.
Kein Leben.
Wo bist du
?
Wer bin ich?
Dunkel.
Und so kalt.
Ich kann mich nicht bewegen.
Als wäre ich eingeschnürt.
Ein Schleier senkt sich über mein Denken.
Nein.
N