Hiobsbotschaft – Tagaus, tagein…

Dienstagnachmittag.
Diese Woche.
Mein Bruder hat.
Einen Termin.
Beim Augenarzt.
Grauer Star?
So unsere Vermutung?
Das muss…
Abgeklärt werden.
Ein neuer Mediziner.
Da der bisherige.
Wahlarzt geworden ist…
Der Schwager bringt uns…
Zur Ordination.
Ein Ärztezentrum.
Im Herzen der Stadt.
Alles steril.
Minutiös getaktet.
Bei Nichterscheinen…
Pönale von EUR 30,–
Wir melden uns an.
Augenkontrolle beim Bruder.
Etwas überfordert.
Bisher lief das.
Ganz anders.
Dann der Aufruf.
Durch den Arzt.
Jung.
Dynamisch.
Er scheint ratlos.
Und meint schließlich.
Makula.
Fortgeschritten.
Nichts zu machen…

Uns fehlen die Worte.
Noch eine Untersuchung.
Aber der Arzt…
Er sieht sich bestätigt.
Pflegegeld.
Soll mein Bruder…
Beantragen.
Nicht mehr…
Mit dem Moped fahren.
Unmöglich!
Wie soll er da…
Arbeiten?
Ich kämpfe ein wenig.
Mit der Fassung.
Der Bruder fragt…
Werde ich blind?
Der Mediziner antwortet…
Ausweichend.
Nein.
Nicht in dem Sinn.
Aber…
Lesen…
Fernsehen…
Alles wird…
Schwieriger…

Ich muss…
An unseren Vater denken.
Genau wie er!
Und trotzdem.
Im AKH seinerzeit.
Kurz…
Vor seinem Tod.
Konnte er sich…
Schnell orientieren…

Der Schwager wartet draußen.
Der Arzt wünscht uns.
Alles Gute!
Hohle Phrase…
Mein Bruder steht…
Unter Schock.
Auf der Heimfahrt.
Reden wir.
Über die Möglichkeiten.
Mein Bruder wird.
Mit seinem Chef…
Sprechen.
Gleich.
Im Grunde ist …
Der Bruder.
Nicht mehr…
Arbeitsfähig.
Es hat sich abgezeichnet.
Aber gleich…
So dramatisch?
Tennis spielen vorbei.
Klar.
Er trifft die Bälle…
Gar nicht mehr.
Während ich…
Überlege.
Eine Zweitmeinung.
Irgendwie…
Ging mir das…
Viel zu schnell.

Wer hätte so etwas…
Erwartet?
Nun müssen wir…
Eine Lösung finden.
Für ihn.
In gutem Einvernehmen…
Mit seiner Firma…

Vivienne/Tagaus, tagein…

 

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