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26.06.2005, © Vivienne
Das Lächeln des Sommers
Ist das ein Gefühl!
Der Sommer trägt mich in seinen Armen!
Blassblauer Himmel.
Ein paar Quellwolken im Osten.
Die Erde atmet.
Der Duft des Sommers:
Trockene Gräser.
Blumen.
Der Rosenstrauch weiter vorn.
Und eine leichte Brise, die die Düfte weiter trägt.
In der Luft verteilt.
Heiß ist es.
Ungeahnt heiß.
Mohnblumen säumen die Felder an unseren Straßen.
Das getupfte Rot wirkt apart auf dem Grünbraun des Weizens.
Der wiegt sich im Wind.
Das Feld wirkt fast wie ein See in Bewegung.
Ich liebe Rosen.
Und trotzdem wird mir einmal mehr bewusst:
Ein Sommer ohne Mohnblumen wäre so leer
Ab und an kann ich eine Kornblume erkennen.
Sie sind selten geworden.
Unkrautvernichter haben auch sie vertrieben.
Ich lasse mich unter dem Flieder nieder.
Liebevoll bleibt mein Blick an meinem Kater haften.
Er liegt da im Gras.
Halb in der Sonne.
Zärtlich rufe ich seinen Namen.
Seine Ohrspitzen reagieren als erstes.
Dann wendet er den Kopf zu mir.
Und schnattert mich an.
Mit geöffnetem Kiefer.
Halb rollt er sich auf den Rücken.
Mit geschlossenen Augen.
Und zeigt mir seinen weißen Bauch.
Heute ist er satt.
Das Vogelzwitschern lässt ihn kalt.
Eine Amsel erhebt ihre Stimme.
Ich drehe mich um, um sie zu suchen.
Richtig.
Sie singt auf der Leitung zum Nachbarhaus.
Wunderschön klingt ihr Gesang.
Ihr ganzes Herzblut liegt darin.
Oder scheint darin zu liegen.
Die Wolkenbank im Osten hat sich ausgebreitet.
Ob es wohl ein Gewitter gibt heute Abend?
Unwetter kündet der Wetterbericht.
Die Amsel ist weitergeflogen.
Der Liebe gefolgt?
Ich hörte sie nur mehr leise.
Die Luft flirrt.
Ein richtig heißer Tag heute.
Insekten schwirren an mir vorbei.
Mal das gefährlich anmutende Brummen einer Hummel.
Dann wieder das Summen einiger Bienen.
Oder die unvermeidlichen Fliegen
Ein paar Spatzen streiten lautstark.
Können sich nicht beruhigen.
Worum es da wohl geht?
Vielleicht ist deshalb die Amsel geflohen?
Es ist ihr wohl zu laut geworden!
Ich stehe wieder auf.
Die Sonne blendet mich.
Hoch über den Häusern.
Halb von den Bäumen des Hügels verdeckt.
In zwei Stunden wird sie untergehen.
Mein Kater liegt weiter da.
Die Augen geschlossen.
Sein rot-getigertes Fell glänzt.
Die Flanken heben und senken sich sanft.
Das Schimpfen der Spatzen stört ihn nicht
Vivienne/Gedankensplitter
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