Home Lyrik und Poesie Gedankensplitter
13.09.2005, © Vivienne
Brief an meinen Liebsten
Hallo
Ich wollte dir nur sagen.
Ich habe es getan.
Eben.
Ich bin weg.
Du wirst nichts mehr finden.
Von mir.
In deiner Wohnung.
Ich war ja auch nie viel dort.
Irgendwie war ich immer nur Gast bei dir.
Und nicht deine Freundin.
Oder die Frau, mit der du dein Leben teilen wolltest.
Ich habe mich nie wohl gefühlt bei dir.
Nur nach deinen Armen sehnte ich mich.
Nach deinem Körper.
Dich zu spüren war für mich das Schönste.
Obwohl du mich kurz gehalten hast.
So kurz.
Du hattest wenig Zeit für mich.
Ich habe versucht das zu verstehen.
Mir eingeredet.
Es ginge nicht anders.
Und du brauchst deine Freiheit.
Ich kann nicht ein und ausgehen bei dir.
Wie ich will.
Aber die letzten Wochen
Ich habe es gesehen bei Freunden.
Die können gar nicht genug bekommen von einander.
Die lieben sich.
Ganz innig.
Obwohl sie schon lange beisammen sind.
Viel länger als wir.
Und die wollen so viel beisammen sein.
Wie möglich.
Auch wenn es nicht immer leicht ist.
Ich aber habe immer gewartet.
Dass du anrufst .
Und einen Tag mit mir verbringst.
Oder zwei.
Von einem gemeinsamen Wochenende wollte ich gar nicht erst träumen.
Aber ich will nicht mehr so.
Nein.
Ganz oder gar nicht.
Das was wir gemeinsam hatten.
Das war nichts.
Gar nichts.
Das war nur Beischlaf.
Sex.
Mit ein paar netten Momenten.
Das genügt vielleicht dir.
Aber nicht mir.
Ich kenne da einen netten Buschen.
Schon länger.
Er ist sehr aufmerksam.
Ich weiß nicht, ob er verliebt ist in mich.
Männer reden nicht so über ihre Gefühle.
Aber als ich mich neulich fragte
Mit ihm könnte ich es mir vorstellen.
Er ist so erfrischend normal.
Nicht wie bei dir.
Jeder zweite Satz von dir lautet:
Das verstehst du nicht!
Oder:
Meine Freiräume sind wichtig.
Du müsstest ja nicht alles opfern für mich.
Oder aufgeben.
Das verlangt keiner.
Aber ich habe das Gefühl.
Ich bin nicht das Wichtigste in deinem Leben.
Ich bin in deiner Skala ganz weit unten.
Und das genügt mir nicht.
Ich habe also meine Sachen gepackt.
Zahnbürste.
Cremetiegel.
Parfüm.
Es war nicht viel.
Ich gebe es zu.
Es wird dir wohl nicht einmal auffallen.
Dass es fehlt.
Ich werde dir nicht wirklich fehlen.
Das macht aber nichts.
Ich werde mir jemanden finden.
Dem ich wichtig bin.
Wichtiger als dir.
Und der weiß wie man Liebe lebt.
Mach es gut!
Ich werde es gut machen!
Ganz sicher.
F.
Redakteure stellen sich vor: Vivienne
Alle Beiträge von Vivienne