Du rufst an.
Auf dem Handy.
Aber ich hebe nicht ab.
Sagte ich dir nicht?
Du sollst nicht anrufen?
Aber.
Ganz ehrlich.
Habe ich es nicht gewusst?
Dass du es?
Trotzdem tun wirst?
Ich seufze.
Blicke auf die Uhr.
Eine Stunde.
Wird es noch dauern.
Bis ich heimfahren kann.
Eine Stunde sicher…
Ich arbeite.
Seit acht Uhr früh.
Und bald ist es.
22:00 Uhr…
Es wird oft so spät.
Bei mir in der Arbeit.
Sehr oft.
Und ich kann mir denken.
Du bist nicht glücklich darüber.
Gar nicht.
Ich sehe die Kinder kaum.
Und dich auch nicht.
Manchmal.
Da schläfst du schon.
Wenn ich heimkomme.
Der Alltagskram.
Er bleibt auf der Strecke.
Du entscheidest.
Was gut ist.
Für uns.
Die Noten der Kinder.
Darüber.
Weißt du Bescheid.
Du gehst auf Elternsprechtage.
Du redest mit den Lehrern.
Wenn ein Handwerker kommt.
Entscheidest das du.
Manchmal.
Weiß ich es nicht einmal.
Du kannst mir nicht alles erzählen.
Gegen Mitternacht.
Und deine Sorgen.
Deine Nöte.
Auch darüber.
Kannst du nicht reden.
Oder nur selten.
Ich bin oft müde.
Wenn ich heimkomme.
Und da hältst du.
Banalitäten fern von mir.
Dafür.
Bin ich dir dankbar.
Sehr sogar…
Dieser Job.
Er war eine Chance.
Abteilungsleiter.
Ein Karrieresprung.
Und als ich ihn angeboten bekam.
Griff ich zu.
Das Haus.
Der Kredit.
Ein neues Auto…
Du hast es verstanden.
Und doch.
Unsere Beziehung.
Sie litt darunter.
Immer öfter.
Selbst die Wochenenden.
Muss ich oft ins Büro.
Zumindest stundenweise.
In dieser Position.
Mit großer Verantwortung.
Geht es nicht anders.
Du weißt es.
Ich weiß es.
Aber die Kinder.
Sie fragen nach ihrem Vater.
Sie kennen ihn nicht…
Ich bin müde.
Nicht ausgeschlafen.
Grantig.
Und trotzdem.
Es wird wieder später.
Jeden Tag fast.
Wo bleiben wir dabei?
Vivienne/Gedankensplitter